40 Jahre Tschernobyl: TU-Wien-Experte sagt, Kernenergie ist sicherer als Solar

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40 Jahre Tschernobyl: TU-Wien-Experte sagt, Kernenergie ist sicherer als Solar

Eine Aussage, die aufhorchen lässt: Gemessen an Todesfällen pro erzeugter Kilowattstunde ist Kernenergie sicherer als Solarenergie. Das behauptet kein Atomlobbyist, sondern ein renommierter Wissenschaftler der TU Wien – live im ORF, fast auf den Tag genau 40 Jahre nach Tschernobyl.

Steinhauser in der ZIB2: Solarenergie tötet mehr Menschen

Wie heute.at berichtet, war Georg Steinhauser, Professor für Radioökologie an der TU Wien, am Mittwoch (22. April 2026) Gast in der ORF-Sendung ZIB2. Anlass war das bevorstehende 40-Jahr-Gedenken an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Steinhausers Kernbotschaft war klar: Gemessen an Todesfällen pro erzeugter Kilowattstunde sei Kernenergie eine der sichersten und ungefährlichsten Stromerzeugungsarten überhaupt. Solarenergie sei sogar deutlich gefährlicher – weil jedes Jahr zahlreiche Menschen vom Dach fallen, wenn sie dort Solarpaneele installieren. Sein Fazit: So wie Kernenergie heute betrieben werde, sei sie unfassbar sicher.

Diese Einschätzung deckt sich mit Daten aus Branchenanalysen: Wie das Portal Enlite Future unter Berufung auf Wikipedia-Statistiken aus 2023 berichtet, kommen auf die Solarenergie rund 0,44 Tote je erzeugter Terawattstunde – gegenüber einem deutlich niedrigeren Wert für die Kernenergie.

Tschernobyl war ein Experiment, das heute kein Student mehr durchführen würde

Steinhauser ordnete auch die Katastrophe von 1986 wissenschaftlich ein. Wie heute.at berichtet, bezeichnete er den Reaktorunfall als Folge eines dilettantisch durchgeführten Experiments, von dem heute jeder Physikstudent an der TU Wien abraten würde. Der Reaktor sei mit moderner Technologie schlicht nicht mehr vergleichbar – ähnlich wie wenn man aufgrund eines Oldtimer-Unfalls alle heutigen Autos verbieten würde.

Gegenüber der APA hatte Steinhauser bereits im März 2026 erklärt, wie die Wissenschaft aus beiden großen Atomunfällen gelernt hat. Wie die Salzburger Nachrichten berichteten, seien Luft- und Wasserbewegungen sowie Ausbreitungsmuster radioaktiver Stoffe seit Tschernobyl und Fukushima deutlich besser verstanden. Dass ein signifikanter Atomunfall heute auch nur kurzzeitig vertuscht werden könnte, sei völlig undenkbar – die Messnetze würden sofort anschlagen.

Die 1.000 Krebsfälle in Österreich: Ein statistischer Wert, der nie aufgefallen ist

Auf die oft zitierte Zahl von rund 1.000 zusätzlichen Krebsfällen in Österreich durch Tschernobyl angesprochen, relativierte Steinhauser laut heute.at deutlich: Das sei lediglich ein errechneter, hypothetischer Wert, der statistisch nie aufgefallen sei. Ein Aufenthalt in der heutigen Sperrzone sei übrigens problemlos – den Flug dorthin wertete Steinhauser als die größere Strahlendosis.

Keine AKW für Österreich – aber die internationale Debatte dreht sich

Trotz aller Entwarnung machte Steinhauser klar: Eine Mehrheit für Kernenergie in Österreich gebe es nicht, und damit sei auch auf absehbare Zeit kein Atomkraftwerk hierzulande zu erwarten. Wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beim Kernenergiegipfel in Paris im März 2026 erklärte und der Deutsche Bundestag in einer aktuellen Debatte festhielt, gilt die Abkehr von der Atomkraft in Europa mittlerweile vielerorts als strategischer Fehler. Eine Renaissance der Kernenergie ist international im Gang – Österreich schaut vorerst zu.

Credits: APA

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