40 Jahre Pause vorbei: OMV startet Gasförderung in Wittau

40 Jahre Pause vorbei: OMV startet Gasförderung in Wittau

Österreich hat wieder Gas aus eigenem Boden – und das im großen Stil. Der Energiekonzern OMV hat die Förderung aus dem Gasvorkommen in Wittau im Marchfeld nordöstlich von Wien gestartet. Es ist der größte heimische Gasfund seit vier Jahrzehnten – und kommt zur richtigen Zeit.

5.000 Meter Tiefe, 48 Terawattstunden Potenzial

Wie OMV in seiner offiziellen Presseaussendung auf OTS festhält, liegt das Vorkommen in rund 5.000 Metern Tiefe und umfasst förderbare Ressourcen von etwa 48 Terawattstunden – das entspricht rund 28 Millionen Fass Öläquivalent. In der ersten Ausbauphase soll das Gasfeld den Bedarf von rund 100.000 Haushalten decken. Wie Reuters unter Berufung auf OMV berichtet, sollen die ersten Lieferungen aus Wittau rechtzeitig für den Winter 2026/27 bereitstehen. Die bisherigen Investitionen für die Entwicklung des Feldes belaufen sich auf rund 150 Millionen Euro.

Heimische Produktion könnte um 50 Prozent steigen

Bislang deckt Österreich laut exxpress.at lediglich rund sechs bis sieben Prozent seines Gasbedarfs aus eigener Förderung. Durch das neue Projekt könnte dieser Anteil kurzfristig deutlich steigen – in einem ersten Schritt um rund 50 Prozent. Sollten weitere Explorationsbohrungen erfolgreich verlaufen, könnten künftig Investitionen von bis zu 500 Millionen Euro folgen. Besonders die Bohrung „Wittau West Tief 1″ habe laut exxpress.at bereits positive Hinweise auf zusätzliche Erdgasvorkommen geliefert.

Stocker und Hattmannsdorfer: Versorgungssicherheit als Staatsinteresse

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) bezeichnete das Projekt laut OTS-Presseaussendung als Vorhaben von „strategischer Bedeutung“. Wie Reuters berichtet, verwies er dabei auf den geopolitischen Kontext: „Der Iran-Krieg und seine Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft führen uns eindrucksvoll vor Augen, wie unmittelbar uns solche Konflikte treffen können.“

Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer betonte laut exxpress.at die Bedeutung heimischer Ressourcen: „Wir können internationale Energiemärkte nicht steuern, aber wir können unsere Abhängigkeit von ihnen reduzieren.“

OMV-Chef Stern: Kein Widerspruch zur Dekarbonisierung

OMV-Generaldirektor Alfred Stern wies Kritik zurück, wonach neue Gasprojekte im Widerspruch zu Klimazielen stehen würden. Wie exxpress.at berichtet, erklärte er: Heimische Gasförderung sei „kein Widerspruch zur Dekarbonisierung“ – eine funktionierende Energiewende brauche verlässliche Übergangslösungen und planbare Versorgungssicherheit.

Credits: APA

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