Nur 40 Euro im Monat – so hoch ist das aktuelle Durchschnittsgehalt in Syrien. In Wien bekommen die zugewanderten Syrer 1209 Euro, also das 30-Fache für keinerlei Tätigkeit. Trotzdem hofft Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) noch immer, dass die 100.000 aktuell in Österreich lebenden Syrer freiwillig wieder in ihre Heimat zurückreisen.
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hat am Montag seinen jordanischen Amtskollegen Mazin Abdellah Hilal Al-Farrayeh empfangen. Dabei berieten die beiden Minister über die freiwillige Rückkehr syrischer Flüchtlinge nach dem Fall des Assad-Regimes. Mehr als 100.000 Menschen seien seitdem aus Jordanien nach Syrien zurückgekehrt, sagte Karner in einer gemeinsamen Pressekonferenz in Wien. Aus Österreich seien es knapp 500 – aber was Karner nicht dazusagt: Zeitgleich sind noch mehr syrische Migranten nach Österreich eingewandert.
Karner hatte seinem Amtskollegen über die erste Abschiebung eines syrischen Straftäters aus Österreich nach Syrien vergangene Woche berichtet. „Jordanien ist grundsätzlich gegen willkürliche Abschiebungen“, antwortete Farrayeh auf eine Journalistenfrage, ob sein Land bereit sei, Österreich bei Abschiebungen zu helfen. „Jordanien unterstützt die freiwillige Rückkehr“, betonte der jordanische Minister. Diese Erfahrung habe sein Land auch mit irakischen Flüchtlingen gemacht. Jordanien sei ein wichtiger Akteur in der Region für Stabilität, betonte seinerseits Karner. Der Innenminister meinte, dass „wir in der Region unterstützen und helfen müssen“.
Weiterhin viel zu hohe Pullfaktoren in Österreich
So lange aber ein Syrer in Wien 1209 Euro bekommt – mit Familie erhalten manche bis zu 9000 Euro im Monat – wird keiner dieser syrischen Migranten wieder zurück in sein Heimatland gehen, in dem er nur 40 Euro im Monat oder 480 Euro im Jahr verdienen kann. Um das zu erreichen, müssten die finanziellen Pullfaktoren in Österreich deutlich verändert werden.
Credit: APA
Neueste Kommentare