Österreich hat 2025 die höchste Zahl an Verkehrstoten seit Jahren verzeichnet. Die Regierung reagiert mit einer StVO-Novelle — und rechnet dabei auch mit 30 Millionen Euro zusätzlich für die Staatskasse.
Die Ausgangslage: 397 Tote im Vorjahr
Die Zahlen sind eindeutig. Laut dem Bundesministerium für Inneres kamen 2025 in Österreich 397 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben — ein Anstieg von 13,1 Prozent gegenüber 2024, wie das BMIMI in seiner offiziellen Unfallbilanz festhält. Damit wurde das Ziel der Verkehrssicherheitsstrategie — maximal 310 Tote — weit verfehlt. Bei einem Drittel aller tödlichen Verkehrsunfälle war laut Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) überhöhte Geschwindigkeit die Hauptursache.
Was die Novelle konkret ändert
Das Verkehrsministerium bringt nun eine Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) sowie eine Anpassung der Anonymverfügungsverordnung in Begutachtung — wie oe24.at berichtet mit dem Ziel, ab 2027 eine bundesweit einheitliche Regelung zu haben. Derzeit sind die Strafrahmen je nach Bundesland unterschiedlich.
Die konkreten Änderungen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen laut Gesetzesentwurf:
Bei Überschreitungen von mehr als 30 km/h steigt der Mindeststrafrahmen von 150 auf 200 Euro, der Maximalrahmen bleibt bei 5.000 Euro. Bei mehr als 40 km/h innerorts bzw. 50 km/h außerorts steigt der Mindeststrafrahmen von 300 auf 400 Euro, der Maximalrahmen von 5.000 auf 6.000 Euro. Parkverstöße bleiben zunächst ausgenommen — allerdings plant man auch hier eine bundesweite Vereinheitlichung auf das höchste bestehende Landesniveau, was für manche Bundesländer teurer werden könnte.
30 Millionen Euro für die Staatskasse
Hanke begründet die Maßnahme mit Verkehrssicherheit — räumt aber den fiskalischen Nebeneffekt offen ein. Laut oe24.at soll die Erhöhung jährlich rund 30 Millionen Euro zusätzlich in die Staatskasse spülen. Das ist in Zeiten des Sparpakets kein unwesentlicher Faktor. Kritiker werden anmerken: Eine Maßnahme, die Sicherheit verspricht und gleichzeitig Geld bringt, verliert die Glaubwürdigkeit nicht — aber sie sollte an ihrer Wirkung gemessen werden, nicht an ihrer Einnahmewirkung.
Österreich im EU-Vergleich
Österreich liegt beim Tempo der Strafhöhen im EU-Vergleich nach wie vor eher im unteren Mittelfeld. Wie der ÖAMTC in einer Analyse vom April 2026 festhält, hat die Schweiz durch deutlich höhere Bußgelder eine relativ niedrige Unfallrate. In Österreich stiegen 2025 die Verkehrstoten laut ÖAMTC trotz verbesserter Infrastruktur und moderner Fahrzeugflotte — ein Hinweis, dass härtere Strafen allein das Problem nicht lösen, aber ein Element im richtigen Werkzeugkasten sind.
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