3,2-Millionen-Euro-Skandal: Fahnder nehmen rotes Netzwerk in Brüssel ins Visier

3,2-Millionen-Euro-Skandal: Fahnder nehmen rotes Netzwerk in Brüssel ins Visier

Ein neuer Skandal erschüttert die EU: Belgische Ermittler durchsuchten am 2. Dezember in Brüssel und Brügge mehrere Büros, darunter den Europäischen Auswärtigen Dienst (EEAS) und das College of Europe. Im Fokus steht der Verdacht auf Missbrauch von EU-Geldern, Vergabebetrug und Korruption.

Festnahmen von Spitzenpersonal

Unter den drei Festgenommenen ist die ehemalige EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, inzwischen Rektorin des College of Europe. Auch der italienische Diplomat Stefano Sannino, früher Generalsekretär des EEAS, sowie ein leitender Mitarbeiter des College wurden zur Befragung in Polizeigewahrsam genommen. Für alle gilt die Unschuldsvermutung.

Der Verdacht: Insider-Deals

Das College of Europe kaufte 2022 ein Gebäude für 3,2 Millionen Euro – obwohl die Hochschule finanziell angespannt war. Ermittlungen zeigen: Schon vor dem Kauf soll das College geheime Infos zur EU-Ausschreibung für die neue Diplomatenschule erhalten haben. Kurz darauf bekam just dieses College den Zuschlag sowie 654.000 Euro Fördermittel.

Jetzt prüfen die Europäische Staatsanwaltschaft (EPPO) und die Anti-Betrugsbehörde OLAF wegen Vergabebetrug, Korruption und Interessenkonflikten. Laut exxpress.at gibt es „starke Verdachtsmomente“, doch offizielle Anklagen stehen noch aus.

Ein Netzwerk im Hintergrund?

Auffällig ist die Nähe der beteiligten Akteure: Mogherini, zuvor Chefin des EEAS, Sannino als Top-Beamter, und Josep Borrell, spanischer Sozialist, leitete den EEAS bei der entscheidenden Ausschreibung. Es steht die Frage im Raum, ob Sozialdemokraten ein Prestigeprojekt samt Geldern untereinander zuschanzten.

Quelle: exxpress.at
Credits: APA

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