3.000 US-Raketen für Selenskyj

3.000 US-Raketen für Selenskyj

Die USA planen eine massive Waffenlieferung an die Ukraine, die den Krieg entscheidend verändern könnte. Mehr als 3.000 hochmoderne ERAM-Raketen sollen ab Oktober an die ukrainischen Streitkräfte geliefert werden – ein Arsenal, das Putins Nachschublinien ins Visier nimmt.

Ein Gamechanger für Selenskyj?

Die Extended Range Attack Munition (ERAM) bringt eine Reichweite von bis zu 450 Kilometern mit sich – ein gewaltiges Upgrade für die ukrainische Armee, die bislang hauptsächlich auf Kurzstreckenwaffen angewiesen war. Wie Bild berichtet, kostet das Raketenpaket rund 730 Millionen Euro und wird von Dänemark, den Niederlanden und Norwegen finanziert.

Bereits 2023 hatte die Biden-Regierung diese Lieferung zugesagt, doch wurde sie mehrfach verschoben. Nun sollen die Marschflugkörper in mehreren Tranchen eintreffen und der Ukraine neue taktische Möglichkeiten eröffnen.

Moskau bleibt außer Reichweite

Trotz der beeindruckenden Reichweite von 450 Kilometern können die ERAM-Raketen die russische Hauptstadt nicht bedrohen. Der Grund ist simpel: Die Raketen werden von Kampfjets abgefeuert, die sich nicht ungeschützt der russischen Grenze nähern können.

Wie der MDR berichtet, erklärt Ex-NATO-General Erhard Bühler: „Die Flugzeuge würden in Grenznähe sofort von der russischen Flugabwehr abgeschossen werden.“ Dies reduziert die praktische Reichweite erheblich unter die theoretisch möglichen 450 Kilometer.

Zusätzlich hat Trump der Ukraine verboten, US-Waffen ohne ausdrückliche Erlaubnis auf russischem Boden einzusetzen. Eine entsprechende Anfrage der Ukraine wurde von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bereits abgelehnt, wie Bild berichtet.

Putins Eisenbahn im Visier

Die wahre Stärke der ERAM-Raketen liegt in ihrer Fähigkeit, militärische Ziele in den von Russland besetzten Gebieten anzugreifen. Besonders die russische Eisenbahn-Infrastruktur gerät ins Visier – und das aus gutem Grund.

Wie im MDR zitiert wird, betont Ex-General Bühler: „Die Mengen, die die russische Armee in der Ukraine braucht, können ohne Eisenbahntransport nicht mehr bewegt werden: Munition, Treibstoff, Wasser, Verpflegung, Ausrüstung – eigentlich alles.“ Ohne die Eisenbahn funktioniere für die russische Armee praktisch nichts mehr.

Die neuen US-Raketen können Kommando- und Logistikzentren, Raketenstellungen und vor allem die für Putin so wichtigen Bahnverbindungen lahmlegen. Damit zielen sie direkt auf das Herzstück der russischen Kriegslogistik, wie Bild weiter berichtet.

Europa zahlt, Amerika liefert

Das Finanzierungsmodell ist bemerkenswert: Während die USA die Waffen produzieren und liefern, übernehmen europäische Partner die Kosten. Dänemark, die Niederlande und Norwegen stellen die 730 Millionen Euro zur Verfügung – ein Zeichen für die anhaltende europäische Solidarität mit der Ukraine, wie Bild schreibt.

Auch die strategische Bedeutung bringt Ex-General Bühler gegenüber dem MDR eindeutig zum Ausdruck: „Man muss dem Angreifer die Grundlage für seinen Angriff nehmen – und das ist in erster Linie die Logistik.“

Wendepunkt im Ukraine-Krieg?

Mit der Lieferung der ERAM-Raketen erhält die Ukraine ein Werkzeug, das ihre militärischen Möglichkeiten erheblich erweitert. Während ein direkter Angriff auf russisches Kernland weiterhin ausgeschlossen bleibt, können die ukrainischen Streitkräfte nun gezielt die russischen Nachschublinien in den besetzten Gebieten attackieren.

Ob dies den erhofften Wendepunkt im Krieg bringt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist jedoch: Putin muss sich auf neue Herausforderungen für seine Kriegsmaschine einstellen.

Quelle: BILD, MDR

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x