Neuer Dienst-SUV, Regierungsschutz und wachsende Ablehnung aus der Community – In Vlora gibt es ein Sprichwort: „Elektriker, bleib bei deinen Kabeln.“ Für Fate Velaj, einst Elektriker, später Abgeordneter und nunmehr Botschafter in Wien, scheint dieser Rat nicht zu gelten. Kritiker werfen ihm vor, dass ihm kaufmännisches Verständnis entweder fehle – oder er es schlicht nicht anwenden wolle. Das Ergebnis: eine Mischung aus Protz, Skandalen und offenen Fragen.
Die Hochzeit Skanderbegs – und 25 Millionen Lek, die verschwanden
April 2018: Kaninë bei Vlora wird zur Kulisse für die „Hochzeit Skanderbegs“. Velaj lädt Arbëresh-Gruppen aus Italien, Gäste aus Kosovo und Montenegro ein. Eine Feier, die albanische Geschichte ehren sollte – und nun als politischer Schattenakt in Erinnerung bleibt.
Denn laut Auron Tare, Chef der Nationalen Küstenagentur, flossen 25 Millionen Lek (etwa 210.000 Euro) aus dem Kulturministerium in das Event. Tare verspottete die Feier als „Art Komödie“. Velaj kontert: Kein Cent aus öffentlichen Mitteln – angeblich hätten die „Djemtë e Kaninës“ (Jungen von Kaninë) bezahlt. Nur: Offizielle Belege gibt es keine.
Noch pikanter: Interne Unterlagen sollen belegen, dass 5 Millionen Lek direkt auf das Konto von Velajs Neffen Francesco Muçaj gingen – heute Direktor des „Dienstes zur Strafvollstreckungskontrolle“. Kurz darauf wurde Velaj als Vorsitzender der Kaninë-Vereinigung abgesetzt und ausgeschlossen.
EU-Politiker schlagen Alarm
Die Affäre bleibt nicht auf Albanien beschränkt. Mehrere EU-Parlamentarier zweifeln inzwischen offen, ob das Land reif für den Beitritt ist. Ein österreichischer Abgeordneter (Name der Redaktion bekannt) spricht Klartext:
„Andere EU-Länder handeln so wie Österreich: Wenn ein Botschafter Schaden anrichtet, wird er abberufen. Albaniens Premier Edi Rama schaut nur zu – und lässt seinen ‚Plagiats- und Protz-Botschafter‘ Velaj weitermachen.“
Noch brisanter: Albaniens Außenminister Igli Hasani soll auf einem Flug nach Wien zu einem Unternehmer gesagt haben:
„Wenn man Fate Geld anbietet, ist er für vieles offen!“
Diese Aussage eines amtierenden Ministers wirft ein grelles Licht auf den Umgang mit Korruption und Vetternwirtschaft in der albanischen Politik.
Der Protz-Botschafter und sein Luxus-SUV
Der Mercedes E-Klasse seines Vorgängers Roland Bimo? Für Velaj angeblich „zu klein“. Stattdessen ließ er sich als Botschafter einen voll ausgestatteten BMW X5 anschaffen – fast doppelt so teuer wie das bisherige Dienstfahrzeug. Platz genug für seine Kunstwerke und das Buch, das er am 23. September in Österreich präsentieren will. Insider munkeln, es könne ähnlich wie seine Diplomarbeit ein „Ghostwriting-Produkt“ sein.
Community wendet sich ab
Die albanische Diaspora in Österreich distanziert sich zunehmend. Einladungen bleiben aus, viele meiden Veranstaltungen, bei denen Velaj auftaucht.
Anstatt sich um die Belange der Community zu kümmern, zieht es ihn – so Insider – lieber zu VIP-Events, Botschaftsempfängen oder in exklusive Bars.
Offene Fragen – keine Antworten
Die 25 Millionen Lek bleiben bis heute ein Mysterium. Wurden sie tatsächlich für das Spektakel in Kaninë verwendet – oder sind sie auf anderen Wegen verschwunden?
Solange diese Fragen unbeantwortet bleiben, wird der Schatten über Fate Velaj länger und dunkler.
Quelle: Albania Times, Artikel „Fate Velaj mori 25 milionë lekë nga Ministria e Kulturës – Dasma e Skënderbeut në Kaninë, prill 2018“, 14.08.2025.
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