225.000 Jobs vor dem Aus: Deutschlands Autoindustrie korrigiert ihre Prognose nach oben

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225.000 Jobs vor dem Aus: Deutschlands Autoindustrie korrigiert ihre Prognose nach oben

Der Verband der Automobilindustrie hat seine Jobverlust-Prognose drastisch nach oben korrigiert. Bis 2035 könnten 225.000 Arbeitsplätze verschwinden — 35.000 mehr als bisher angenommen. Österreich als Zulieferstandort ist direkt betroffen.

VDA korrigiert Prognose — 35.000 mehr als bisher

Die Zahlen sind ernüchternd. Wie VDA-Präsidentin Hildegard Müller gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) erklärte, müsse man „nach aktuellen Berechnungen von einem Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 ausgehen — also etwa 35.000 Arbeitsplätze mehr als bisher angenommen.“ Noch im Oktober 2024 hatte eine Prognos-Studie im Auftrag des VDA den Verlust von 190.000 Stellen bis 2035 errechnet. Die Lage hat sich seither weiter verschlechtert.

Der Rückblick macht das Ausmaß deutlich: Wie ingenieur.de unter Berufung auf VDA-Daten festhält, sind zwischen 2019 und 2025 bereits rund 100.000 Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie weggefallen — noch bevor die große Transformationswelle richtig angerollt ist.

Elektromobilität und Standortkrise als Doppelschlag

Die Ursachen sind bekannt — aber ihre Kombination ist neu in dieser Schärfe. Einerseits der strukturelle Wandel zur Elektromobilität: Wie drweb.de unter Berufung auf VDA-Chefökonomen Manuel Kallweit festhält, braucht die Industrie für ein Elektroauto rund ein Drittel weniger Beschäftigte als für einen Verbrenner. Klassische Metallbearbeitungsberufe verlieren seit 2019 rund 16 Prozent — während IT-Berufe um 25 Prozent wachsen. Der Gesamtsaldo bleibt negativ.

Andererseits die Standortkrise. Müller spricht laut wirtschaftsticker.com von einer „gravierenden und anhaltenden Standortkrise“ in Deutschland und Europa. „Hohe Steuern und Abgaben, teure Energie, hohe Lohnkosten, überbordende Bürokratie — die Liste der Herausforderungen ließe sich fortführen“, so die VDA-Präsidentin. Die Brüsseler CO2-Flottenregulierung, die ab 2035 faktisch nur noch Elektro- und Wasserstofffahrzeuge zulässt, setze ohne Anpassungen weitere 50.000 Jobs aufs Spiel. Mehr Technologieoffenheit — also auch Plug-in-Hybride und E-Fuels — könnte laut VDA diese Stellen erhalten.

Österreich als Zulieferland direkt mitbetroffen

Was in Deutschland passiert, trifft Österreich mit Verzögerung — aber mit voller Wucht. Wie industriemagazin.at berichtet, hängen allein rund 6.300 Arbeitsplätze in Österreich direkt an VW-Aufträgen — vor allem in den Automobilclustern Oberösterreich und Steiermark. Dazu kommen tausende weitere Stellen bei anderen Zulieferern für BMW, Mercedes, Stellantis und Audi.

Wie heute.at festhält, sind in Österreich seit 2024 bereits über 5.000 Stellen in der Automobilbranche weggefallen. Eine Zahl, die sich angesichts der neuen VDA-Prognose als erst der Anfang erweisen könnte.

Eine Perspektive — wenn man sie lässt

Ganz ohne Hoffnungsschimmer ist der VDA-Ausblick nicht. Mehr Technologieoffenheit und ein flexiblerer Antriebsmix könnten laut Müller rund 50.000 Jobs in Deutschland sichern. Dafür brauche es aber ein Umdenken in der EU-Regulierung — weg vom reinen Elektroauto-Mandat, hin zu einem ergebnisoffenen Klimaschutzziel. Ob Brüssel diesen Kurs einschlägt, ist politisch offen.

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