2.600 Stellen weniger bis 2030: Gewerkschaft warnt vor „Anschlag auf staatliches Service“

2.600 Stellen weniger bis 2030: Gewerkschaft warnt vor „Anschlag auf staatliches Service“

Die Regierung spart beim Personal – und trifft damit auch das Finanzministerium mit 500 Stellen. Die Gewerkschaft schlägt Alarm.

Was die Regierung plant

Wie oe24 berichtete, hatte Beamten-Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) bereits im Dezember 2025 angekündigt, dass die Bundesregierung bis 2030 insgesamt 2.600 Planstellen im öffentlichen Dienst abbauen will. Das Prinzip dabei: Jeder zweite freiwerdende Posten – etwa durch Pensionierungen – soll nicht nachbesetzt werden. Das entspricht laut Pröll rund sechs Prozent des gesamten Verwaltungsdienstes.

Im Finanzministerium ist die Zahl nun konkretisiert worden. Wie oe24 berichtete, sollen von den insgesamt rund 11.000 Mitarbeitern im Finanzressort 500 Planstellen abgebaut werden. Das Finanzministerium erklärte auf oe24-Anfrage, der Personalabbau solle durch Digitalisierung und Effizienzsteigerungen abgefedert werden.

GÖD: „Direkter Anschlag auf staatliches Service“

Die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst sieht das ganz anders. Wie die GÖD-Finanzgewerkschaft via APA-OTS mitteilte, warnte die neue Vorsitzende Christine Pernsteiner: „Dieser Jobabbau gefährdet nicht nur die Gesundheit der Beschäftigten, die ohnehin längst am Limit arbeiten, sondern ist ein direkter Anschlag auf das staatliche Service für die Bürgerinnen und Bürger.“

Pernsteiner, die beim Bundestag der Finanzgewerkschaft im April 2026 in Villach zur neuen Vorsitzenden gewählt worden war, hatte bereits damals die geplante Stellenreduktion als „kaum bewältigbare Herausforderung“ bezeichnet. Die 500 Stellen beträfen Finanzamt Österreich, Zollamt, Amt für Betrugsbekämpfung und weitere Dienststellen des Finanzressorts.

Sparpaket trifft öffentlichen Dienst im Kern

Der Stellenabbau ist Teil des Budgetkonsolidierungspakets der Dreierkoalition. Wie das Finanzministerium auf seiner Website dokumentiert, soll das Budgetdefizit bis 2028 unter die EU-Grenze von drei Prozent des BIP gedrückt werden – mit einer Netto-Konsolidierung von 2,5 Milliarden Euro. Neben dem Personalabbau sind auch Einsparungen bei AMS-Leistungen, dem Familienbonus und anderen Bereichen geplant. Die Budgetrede von Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) ist für den 10. Juni angesetzt.

Credits: BKA/Christopher Dunnker

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