160-Millionen-Euro-Offensive: Regierung sagt heimtückischen Krankheiten den Kampf an

160-Millionen-Euro-Offensive: Regierung sagt heimtückischen Krankheiten den Kampf an

Am Weltgesundheitstag macht die österreichische Regierung ernst und nimmt viel Geld in die Hand: Satte 160 Millionen Euro fließen in den nächsten zwei Jahren in brandneue Vorsorgeprogramme. Das Ziel ist klar formuliert: Krankheiten sollen erst gar nicht entstehen oder zumindest so früh wie möglich erkannt werden. Das gaben Gesundheitsministerin Korinna Schumann und Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig bekannt.

Vorsorge statt Nachsorge: Der Plan bis 2027

Jeweils 80 Millionen Euro aus dem neuen Gesundheitsreformfonds werden in den Jahren 2026 und 2027 locker gemacht. Das Geld soll direkt bei den Bürgern ankommen. Mit diesen Mitteln wird unter anderem ein bundesweites Darmkrebs-Screening aufgebaut, das bis Ende 2027 flächendeckend verfügbar sein soll. Auch chronisch Kranke dürfen aufatmen: Spezielle Behandlungsprogramme werden nun massiv ausgebaut. Zudem sollen moderne, zielgruppenspezifische Erinnerungssysteme künftig dafür sorgen, dass niemand mehr seine wichtigen Präventionstermine vergisst.

Wer auf sich achtet, lebt nicht nur länger, sondern vor allem besser. Genau hier setzt die Prävention an, indem sie Risiken früh erkennt, betonte Gesundheitsministerin Schumann.

Milliarden-Investition für ein besseres System

Die 160 Millionen Euro sind allerdings nur ein Teil eines viel größeren Plans. Wie das Sozialministerium berichtet, markiert der neue Gesundheitsreformfonds den Startschuss für eine langfristige Stabilisierung. Bis zum Jahr 2030 stehen dem Fonds jährlich rund 500 Millionen Euro zur Verfügung. Insgesamt werden also über 2,6 Milliarden Euro in die Weiterentwicklung des öffentlichen Gesundheitssystems gepumpt.

Auch auf regionaler Ebene wird der Ruf nach mehr Eigenverantwortung lauter. Das Land Tirol drängt in einer eigenen Mitteilung ebenfalls auf die Wichtigkeit der Früherkennung. Eine jährliche, kostenlose Vorsorgeuntersuchung ab dem 18. Lebensjahr sei ein zentrales Instrument, um rechtzeitig einzugreifen.

Wer bezahlt die Gesundheits-Offensive?

Bleibt am Ende die entscheidende Frage nach der Finanzierung dieses massiven Ausbaus. Das Budget für den Gesundheitsreformfonds in Höhe von einer halben Milliarde Euro pro Jahr kommt nicht aus dem Nichts. Das Geld stammt indirekt aus der Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge der Pensionisten. Diese tragen somit einen wesentlichen Teil dazu bei, dass das heimische System für die Zukunft gerüstet wird.

Quelle: oe24.at, MeinBezirk.at, tirol.gv.at, sozialministerium.gv.at
Credits: APA

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