Ein Filmfestival für pornografische Inhalte erhält Steuergeld aus dem Kulturministerium — und das nicht zum ersten Mal. Jetzt hat sich Vizekanzler Andreas Babler erstmals öffentlich dazu erklärt.
Was gefördert wird — und wie viel
Im Mittelpunkt der Debatte steht der Verein „Freund_lnnen* des pornographischen Films“, der seit 2018 das Porn Film Festival Vienna ausrichtet. Wie heute.at berichtet, findet die nächste Ausgabe vom 16. bis 20. April 2026 statt — mit 15 Langfilmen, 20 Kurzfilmprogrammen und insgesamt 170 Filmen an mehreren Wiener Locations, darunter das Schikaneder Kino, die Libelle und die Akademie der bildenden Künste.
Wie exxpress.at unter Berufung auf eine parlamentarische Anfragebeantwortung berichtet, wurden für die Jahre 2025 und 2026 jeweils 8.000 Euro aus dem Bundeskulturressort bewilligt — macht in Summe 16.000 Euro. Die Förderung wurde am 3. November des Vorjahres genehmigt und erfolgt auf Grundlage des Kunstförderungsgesetzes. Hinzu kommt, wie heute.at und 5min.at berichten, eine separate Förderung der Stadt Wien in Höhe von 25.000 Euro im Rahmen eines 690.000-Euro-Pakets für Filmfestivals und Sommerkinos.
Bablers Begründung: Kunst, kein Porno
Wie exxpress.at berichtet, weist das Ressort von SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler die Kritik zurück. Das Festival sei kein klassisches Pornoangebot, sondern ein „künstlerisches Filmfestival mit reflexivem und bildungspolitischem Anspruch“, das Themen wie Sexualität, Körper und Geschlechterrollen verhandelt. Nicht die konkrete Darstellungsform sei entscheidend, sondern die künstlerische Qualität — die Förderung sei durch die verfassungsrechtlich garantierte Kunstfreiheit gedeckt.
Wesentlich für die Verteidigung ist auch der Hinweis auf Kontinuität: Wie exxpress.at festhält, handelt es sich nicht um eine neue Maßnahme, sondern um die Fortführung einer bereits unter früheren Regierungen etablierten Praxis. Weder wurden laut Anfragebeantwortung Verträge mit dem Verein abgeschlossen, noch haben Mitarbeiter des Ministeriums an Veranstaltungen teilgenommen. Die Abrechnung der geförderten Projekte erfolgt nachträglich bis 2026 bzw. 2027.
FPÖ läuft Sturm
Die Opposition lässt diese Argumentation nicht gelten. Wie heute.at und unzensuriert.at berichten, übt FPÖ-Nationalratsabgeordneter Sebastian Schwaighofer scharfe Kritik: „Das ist keine Kulturförderung, das ist eine Verhöhnung jedes anständigen Bürgers.“ Schwaighofer wirft Babler vor, Pornografie und Fetisch-Workshops unter dem „Deckmantel der künstlerischen Freiheit“ staatlich zu finanzieren. Dass die Förderung nicht erst unter Babler begann, mache die Sache „nur noch schlimmer“ — es zeige, wie tief bestimmte Netzwerke in die Fördertöpfe der Republik eingedrungen seien, so Schwaighofer.
In der Vergangenheit standen bei dem Festival laut heute.at unter anderem Programmpunkte wie „Anal Joy Workshops“ oder Vorführungen mit Titeln wie „Group Porn Shorts“ auf dem Programm. Für 2026 listet der Verein laut Eigenaussage Themen wie Barrierefreiheit, Diversität und neue Beziehungsformen als inhaltliche Schwerpunkte.
Quellen:
- exxpress.at: So erklärt Babler den Porno-Förderskandal (19.3.2026)
- exxpress.at: Förderskandal enthüllt: Tausende Euro für Pornofestival
- heute.at: Aufgedeckt — Babler fördert Porno-Festival in Wien mit Steuergeld (16.3.2026)
- unzensuriert.at: „Das geht zu weit!“ Babler-Ministerium verprasst Steuergeld für Pornofilme
- 5min.at: Wirbel um pikante Kulturförderung: Porno-Festival erhält 25.000 Euro (5.12.2025)
- heute.at: Stadt Wien fördert Porn Film-Festival mit 25.000 Euro (4.12.2025)
- Parlamentarische Anfragebeantwortung (Österreichisches Parlament, zitiert via exxpress.at und heute.at)
Credits: APA
Neueste Kommentare