Ein 15-jähriger Jugendlicher, der bereits im Frühjahr wegen Anschlagsplänen auf den Wiener Westbahnhof verurteilt wurde, sorgt erneut für Schlagzeilen. Nach seiner vorzeitigen Haftentlassung im Oktober wurde er nun wieder festgenommen. Die Polizei spricht von einer weiteren Radikalisierung.
Hausdurchsuchung in Wien-Hernals
Am vergangenen Dienstag durchsuchte das Einsatzkommando Cobra gemeinsam mit dem Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) die Wohnung des Jugendlichen in Wien-Hernals. Dabei wurde sein Handy sichergestellt, auf dem „einschlägiges Material“ gefunden wurde. Laut Polizeisprecherin Anna Gutt reichte dies aus, um die Untersuchungshaft zu beantragen. Der Jugendliche verweigert bisher jede Aussage.
Radikalisierung trotz Auflagen
Nach seiner Verurteilung zu drei Jahren teilbedingter Haft – davon zwei Jahre bedingt – wurde der Jugendliche im Oktober vorzeitig entlassen. Trotz strenger Auflagen, wie der Nachweis eines Beschäftigungsverhältnisses und die Vermeidung bestimmter Kontakte, blieb er unter Beobachtung. Die Ermittler stellten fest, dass er weiterhin eine hohe Affinität zu radikal-islamistischer Propaganda und Waffen zeigte.
Wiederholte Warnsignale
Bereits im Frühjahr hatte der Jugendliche mit seinen Anschlagsplänen für Entsetzen gesorgt. Damals wurde ein Terroranschlag auf den Westbahnhof in letzter Minute verhindert. Nun zeigt sich, dass die Bemühungen um eine Deradikalisierung offenbar nicht gegriffen haben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts auf verbrecherisches Komplott und terroristische Straftaten.
Ein Fall, der Fragen aufwirft
Der Fall wirft erneut die Frage auf, wie effektiv Deradikalisierungsmaßnahmen in Österreich sind. Experten fordern mehr Ressourcen und spezialisierte Programme, um Jugendliche wie diesen 15-Jährigen von extremistischen Ideologien abzubringen.
Quellen: exxpress.at, nachrichten.at, kurier.at, puls24.at
Credits: APA
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