130.000 Beschäftigte kämpfen für faire Löhne: Streik in der Sozialwirtschaft

130.000 Beschäftigte kämpfen für faire Löhne: Streik in der Sozialwirtschaft

Die österreichische Sozialwirtschaft steht still: Rund 130.000 Beschäftigte aus Pflege, Sozialarbeit und Erziehung haben genug. Nach einer ergebnislosen dritten Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag (KV) kündigten die Gewerkschaften GPA und vida landesweite Warnstreiks an. Die Forderung: spürbare Gehaltserhöhungen und bessere Arbeitsbedingungen.

Arbeitgeberangebot sorgt für Empörung

Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot sieht für 2026 eine durchschnittliche Erhöhung der KV-Gehälter um 1,71 Prozent und der IST-Gehälter um 1,3 Prozent vor. Für 2027 sind 1,65 Prozent vorgesehen. Gewerkschaftsvertreterin Eva Scherz bezeichnete das Angebot als „unzureichend“ und betonte, dass die Beschäftigten nicht bereit seien, Gehaltsverluste hinzunehmen. „Die Arbeit in Pflege, Gesundheit und dem Sozialbereich ist mehr wert“, so Scherz laut GPA.

Proteste in ganz Österreich

Die Gewerkschaften erhöhen den Druck: Zwischen dem 2. und 4. Dezember sind Warnstreiks geplant, begleitet von Kundgebungen in Wien und Salzburg. In Salzburg richtet sich der Protest auch gegen das dortige Sparpaket, das unter anderem die Streichung des 15. Gehalts für Pflegekräfte vorsieht. „Ohne spürbare Gehaltserhöhungen wird man weder neues Personal gewinnen noch bestehendes halten können“, erklärte vida-Verhandlerin Michaela Guglberger.

Arbeitgeber appellieren an die Politik

Die Arbeitgeberseite verweist auf die schwierige finanzielle Lage und appelliert an die öffentliche Hand, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. „Ohne zusätzliche Mittel können wir den Gewerkschaften schlicht nicht mehr bieten“, erklärte Yvonne Hochsteiner, Chefverhandlerin der Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ).

Nächste Verhandlungsrunde im Dezember

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 11. Dezember angesetzt. Bis dahin bleibt die Lage angespannt. Die Gewerkschaften machen jedoch klar: Ohne ein besseres Angebot wird der Protest weitergehen.

Quellen: oe24.at, gpa.at, orf.at, derstandard.at
Credits: APA

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