Es knirscht gewaltig im Gebälk der Regierung! Die neuen Pläne von NEOS-Bildungsminister Christoph Wiederkehr sorgen beim Koalitionspartner für ordentlich schlechte Stimmung. Der Grund: Die ÖVP hält herzlich wenig von den Vorstößen des Ministers – und nimmt sich kein Blatt vor den Mund.
„Keine vernünftige Substanz“
Christoph Wiederkehr prescht vor: Neue Lehrpläne, weniger Latein, dafür mehr KI und ein Pilotversuch zur sechsjährigen Volksschule in Wien. Doch die Volkspartei steigt auf die Bremse. Wie die APA berichtet, zeigt sich ÖVP-Bildungssprecher Nico Marchetti wenig begeistert von den Alleingängen des Ministers.
Seine knallharte Ansage: Man wolle zwar konstruktiv mitarbeiten, doch: „Das können wir aber nur, wenn es auch eine vernünftige Substanz gibt.“ Für Marchetti fehlt es schlicht an Grundlagen. Es gebe weder Unterlagen noch Termine, kritisiert er laut Medienberichten.
Kampf ums Gymnasium
Besonders bei einem Thema sieht die ÖVP rot: Die sechsjährige Volksschule. Wiederkehr möchte in Wien ein Pilotprojekt starten, um die gemeinsame Schule länger zu testen. Doch da beißt er beim Koalitionspartner auf Granit. Marchetti stellt unmissverständlich klar: „Das Gymnasium steht für die ÖVP nicht zur Disposition.“
Auch bei der geplanten Oberstufenreform – weniger Latein, mehr „Life Skills“ wie Demokratiebildung – ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. „Wir sind noch am Start“, bremst Marchetti die Euphorie des Ministers. Zwar sei man prinzipiell für mehr digitale Bildung, aber KI müsse kein eigenes Fach sein, sondern in allen Gegenständen vorkommen. Gerade in Zeiten von ChatGPT brauche es „mehr humanistische Bildung und nicht weniger“, so der ÖVP-Sprecher.
Auch SPÖ mischt mit
Während die Koalitionspartner diskutieren, meldet sich auch die SPÖ zu Wort. Bildungssprecher Heinrich Himmer fordert, die Reformen „breit und umfassend“ zu denken, wie der ORF schreibt. Für die Roten gehört dazu natürlich auch ihr Lieblingsthema: Die Gesamtschule für alle Zehn- bis 14-Jährigen.
Quellen: oe24.at, diepresse.com, orf.at, nachrichten.at, wien.orf.at
Credits: APA
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