ZIB2 fragt: Kann KI die Menschheit in zehn Jahren auslöschen?

ZIB2 fragt: Kann KI die Menschheit in zehn Jahren auslöschen?

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant – und mit ihr die Sorge vor unkontrollierbaren Risiken. In der ZIB2 ging ORF-Moderator Armin Wolf dieser Frage nach und konfrontierte einen österreichischen KI-Experten mit einer zugespitzten Frage zur möglichen Zukunft der Menschheit.

„Die Geschwindigkeit bereitet uns Sorgen“

Den Auftakt zum Thema lieferte ein Einspieler mit Johanna Pirker, Mitglied im UN-Expertengremium zur Künstlichen Intelligenz. Ihre zentrale Sorge gilt weniger der Technologie selbst als dem Tempo ihrer Entwicklung: „Die Geschwindigkeit bereitet uns Sorgen, in der die KI entwickelt wird.“ Auch der Missbrauch von KI zum Bau von Biowaffen bereitet internationalen Experten Sorge – dazu zählt etwa Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic. Einen europäischen Blickwinkel brachte Armin Ronacher, Mitgründer des KI-Unternehmens Earendil, in den Beitrag ein: „Europa hat nicht nur den Anschluss verloren, sondern ihn nie gehabt.“ Wirksame Regulierung finde vor allem in den USA statt, in der EU dagegen deutlich weniger.

Die zugespitzte Frage an den Experten

Im anschließenden Studiogespräch nahm sich Wolf gemeinsam mit Michael Nentwich von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften der Gefahrenfrage direkt an. Seine pointierte Frage: „Die KI-Modelle entwickeln sich mit atemberaubender Geschwindigkeit. Kann KI in einem Jahrzehnt die Menschheit vernichten?“

Experte gibt Entwarnung – mit Einschränkungen

Nentwich reagierte auf die zugespitzte Frage differenziert und beschwichtigend zugleich. Er verwies zunächst auf die Bandbreite unterschiedlicher KI-Formen: Maschinelles Lernen liefere bereits heute hervorragende Ergebnisse, große Sprachmodelle seien in unterschiedlichen Ausprägungen zwar gefährlich, eine eigenständig handelnde KI existiere jedoch noch nicht – und werde es seiner Einschätzung nach auch noch länger nicht geben. Kritisch äußerte er sich zudem zur Motivation mancher Regulierungsforderungen: „Der Ruf nach Regulierung und Verlangsamung ist auch ein Marketingaspekt dieser Unternehmen, die sich in Szene setzen.“

Kontrollverlust schon heute im Alltag spürbar

Auf Wolfs Nachfrage, ob KI-Systeme künftig nicht mehr kontrollierbar sein könnten, verwies Nentwich auf eine bereits bestehende Realität: „KI-gesteuerte Algorithmen steuern jetzt schon, was die meisten Menschen über Social Media zu Gesicht bekommen.“ Ob sich eine wirksame Bremse für die weitere KI-Entwicklung politisch tatsächlich durchsetzen lässt, bezweifelt der Wissenschaftler ausdrücklich.

Credits: EXPA/ Michael Gruber

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