In jedem Land würde nun wohl der Oberbefehlshaber einschreiten und jenen Medien-Mitarbeiter, der einen der angesehensten und besten Offiziere des Bundesheeres beleidigt, zur Rechenschaft ziehen: Ein Zeitungs-Kolumnist nannte Oberst Markus Reisner einen „praktizierenden Skinhead“, also einen Rechtsextremen. Der Bundespräsident und die Verteidigungsministerin schweigen dazu.
„Die Ukraine-Krise hat uns dann den praktizierenden Skinhead Markus Reisner geschenkt“ – so respektlos und beleidigend geht Heinz Sichrovsky, einer der vielen Kolumnisten der Kronen Zeitung, auf den im gesamten deutschen Sprachraum als Militär-Experten sehr geschätzten Ex-Kommandanten des Gardebataillons los. Nicht nur der Bezug auf das Äußere in der Krone-Kolumne ist für alle, die Markus Reisner schätzen, höchst irritierend – auch dass ein Kolumnist, der Reisner gar nicht näher kennt, den Offizier in ein rechtsextremes Eck stellen will, ist für viele X-User empörend.
Bundesheer-Sprecher reagiert deutlich
So hat auch der bekannte Sprecher des Verteidigungsministeriums Mag. Michael Bauer rasch auf den Angriff des Kolumnisten auf Markus Reisner reagiert – Bauer schreibt dazu auf X: „Heinz Sichrovsky bezeichnet Oberst Markus Reisner, PhD und promovierten Historiker in der Krone als „praktizierenden Skinhead“. Hier wurde eine Grenze überschritten: Dieser Text ist niederträchtige Hetze.“
Ein Follower des Bundesheer-Sprechers schreibt dann dazu: „Eine inakzeptable Beleidigung. Wird es hier Konsequenzen geben?“ Und Mag. Michael Bauer antwortet darauf: „Ja. Wir prüfen eine Klage.“
Nach dem gefälschten „Interview“ im Kurier ist das der nächste Skandal von Österreichs alten Printmedien – immerhin muss sich die Redaktion die Frage gefallen lassen, ob diese Kolumne von Sichrovsky nicht ein einziges Mal der geschäftsführende Chefredakteur gelesen hat, um dann die Notbremse zu ziehen?
Bekanntlich ist Oberst Markus Reisner einer der bekanntesten und geschätztesten Offiziere im gesamten Bundesheer, eine derart schwere Beleidigung des Ex-Garde-Kommandanten kommt ja auch bei der Leserschaft wohl nicht besonders gut an.
Oberst Dr. Markus Reisner zählt zu den profiliertesten Offizieren des österreichischen Bundesheeres – ein Mann, der militärische Erfahrung, wissenschaftliche Tiefe und mediale Präsenz wie kaum ein anderer vereint. Spätestens seit dem Ausbruch des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 ist der Name Reisner nicht nur sicherheitspolitisch Interessierten ein Begriff: Als analytischer Kopf und erklärender Experte hat er sich in der Öffentlichkeit einen festen Platz erarbeitet.
Karriere mit Strategie
Geboren 1978 in Niederösterreich, begann Markus Reisners militärische Laufbahn mit dem Einjährigen Freiwilligendienst und der anschließenden Ausbildung an der traditionsreichen Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt. Bereits früh zeichnete sich sein Interesse an militärstrategischen Fragen und komplexen sicherheitspolitischen Zusammenhängen ab – ein Interesse, das er später mit einer beachtlichen akademischen Laufbahn untermauerte.
Akademiker in Uniform
Reisner studierte Geschichte und Rechtswissenschaften an der Universität Wien. 2013 promovierte er im Fach Geschichte mit einer Dissertation über den Luftkrieg über Österreich zwischen 1943 und 1945. In einem weiteren Doktorat untersuchte er 2017 die rechtlichen und militärischen Implikationen bewaffneter Drohnensysteme. Damit rückte er frühzeitig ein Thema in den Fokus, das heute als Schlüsselelement moderner Kriegsführung gilt.
Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen das Buch „Robotic Wars“ (2018) sowie das Fachwerk „Die taktische Drohne“ (2022). Beide Werke spiegeln seinen Anspruch wider, technische Entwicklungen militärisch einzuordnen und völkerrechtlich zu reflektieren.
Auslandserfahrung auf fünf Kontinenten
Oberst Reisner ist jedoch kein reiner Theoretiker. Er nahm an zahlreichen internationalen Einsätzen des Bundesheeres teil – unter anderem im Kosovo, in Afghanistan, Bosnien-Herzegowina, im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik. Diese Auslandseinsätze gaben ihm nicht nur operative Einsichten, sondern auch wertvolle Erfahrungen in multinationalen Stabsstrukturen und Krisenregionen. 2019 führte er das österreichische Kontingent in Mali, 2021 kommandierte er das Kontingent im Kosovo.
Österreichweit bekannt wurde Reisner während der ersten Monate des Ukraine-Kriegs. Seine sachlichen, mit Kartenmaterial und historischen Rückblicken unterlegten Lageanalysen auf dem offiziellen YouTube-Kanal des Bundesheeres fanden breite Aufmerksamkeit – weit über Fachkreise hinaus. In Interviews und Medienauftritten lieferte er oft nüchterne, doch pointierte Einschätzungen zu militärischen Entwicklungen. Für viele wurde er zur verständlichen Stimme in einem hochkomplexen Kriegsgeschehen.
Kritiker warfen ihm in Teilen vor, die Schlagkraft russischer Truppen zunächst überschätzt zu haben – dennoch wird sein Beitrag zur sicherheitspolitischen Aufklärung allgemein geschätzt. 2022 wurde er gemeinsam mit anderen Offizieren für seine Informationsarbeit vom österreichischen Bundesheer als „Militär des Jahres“ ausgezeichnet.
Ausbildung der Offiziere von morgen
Nach seiner Zeit als Kommandant der Garde in Wien wurde Reisner im März 2024 zum Leiter des Instituts für Offiziersausbildung an der Theresianischen Militärakademie ernannt. Dort ist er heute dafür verantwortlich, zukünftige Führungskräfte des Bundesheeres auf die sicherheitspolitischen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte vorzubereiten.
Reisner gilt als Vertreter eines modernen, vernetzten Sicherheitsverständnisses, das militärische Verteidigungsfähigkeit, strategische Kommunikation und technologische Entwicklung zusammendenkt. Seine Stimme wird auch künftig im sicherheitspolitischen Diskurs Gewicht haben – in Uniform wie auf Podien.


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