Zeiler bringt der SPÖ Plus – und hat noch viel Luft nach oben

Zeiler bringt der SPÖ Plus – und hat noch viel Luft nach oben

Was bringt ein Wechsel an der SPÖ-Spitze? Eine neue Umfrage von Unique Research für „Heute“ liefert eine erste Antwort: nicht viel, zumindest vorerst. Mit Gerhard Zeiler als Spitzenkandidat würde die SPÖ zwei Prozentpunkte zulegen. Meinungsforscher Peter Hajek sieht dennoch mehr Potenzial.

Zwei Szenarien, ein Abstand

Befragt wurden 810 Personen per Telefon und online, die maximale Schwankungsbreite liegt bei 3,4 Prozentpunkten. Bleibt Andreas Babler Parteichef, käme die SPÖ laut „Heute“ auf 15 Prozent – der tiefste Wert, der in „Heute“-Umfragen je für sie gemessen wurde. Die FPÖ würde in diesem Szenario mit 38 Prozent ihren bisherigen Höchststand erreichen. Mit Zeiler an der Spitze käme die SPÖ auf 17 Prozent. Die FPÖ würde dabei zwei Prozentpunkte verlieren, die ÖVP einen. Platz zwei bliebe für die SPÖ damit trotzdem außer Reichweite.

Fast ein Drittel kennt Zeiler nicht

Hajek hält den „Zeiler-Effekt“ nur auf den ersten Blick für begrenzt: „Die Detailanalysen deuten jedoch auf ein deutlich größeres Potenzial hin.“ Derzeit sei Zeiler nur gut einem Viertel der Befragten näher bekannt, gut 40 Prozent kennen nur seinen Namen, knapp ein Drittel kennt ihn gar nicht. „Seine zentrale Herausforderung liegt somit darin, seine Bekanntheit zu erhöhen und ein klareres öffentliches Profil zu entwickeln.“ Die Führungsdebatte selbst schwäche die Partei weiter, so Hajek: „Die erste Priorität der SPÖ müsste daher sein, rasch Klarheit über die Parteiführung herzustellen.“

Kanzlerfrage: Babler bei elf Prozent

Auch bei der fiktiven Direktwahl des Bundeskanzlers bleibt der Unterschied überschaubar. Babler käme auf elf Prozent, ein Wert, den „Heute“ für einen amtierenden Vizekanzler als „unterirdisch“ bezeichnet. Zeiler würden 15 Prozent direkt wählen. FPÖ-Chef Herbert Kickl liegt in beiden Szenarien klar vorne. Leichte Einbußen hätten mit Zeiler als Gegenkandidat Kanzler Christian Stocker (ÖVP, von 25 auf 23 Prozent) und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger (von 16 auf 14 Prozent).

Und Marterbauer?

„Heute“ bringt auch Finanzminister Markus Marterbauer ins Spiel, der immer wieder als Babler-Nachfolger genannt wird. In einer Umfrage für ATV vom Juni wäre die SPÖ mit ihm an der Spitze auf 25 Prozent gekommen. Der Wert stammt allerdings aus einer anderen Erhebung, von einem anderen Zeitpunkt, und ist mit den aktuellen Zahlen nicht direkt vergleichbar. Marterbauer selbst hat bisher keine Ambitionen auf den Parteivorsitz erkennen lassen.

Sonntag entscheidet sich der Fahrplan

Am Sonntag um 16 Uhr trifft Babler die Landesparteivorsitzenden. Dabei soll laut „Heute“ auch über ein mögliches Verfahren gesprochen werden, wie Zeiler zum Parteichef gewählt werden könnte. Mehrere „SPÖ-Granden“ sagten „Heute“, Bablers Zeit sei vorbei, niemand stütze ihn mehr – namentlich zitiert wird dazu niemand. Babler selbst hatte zuletzt betont, er wolle bleiben und verweise auf seine Wiederwahl am Parteitag im März.

Credits: Parlamentsdirektion/​Katie-Aileen Dempsey

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