Ein mittlerweile Monate zurückliegendes Posting von „ZiB2“-Anchor Armin Wolf sorgt weiterhin für innerbetrieblichen Wirbel beim ORF. Am Donnerstag steht die Causa erneut auf der Tagesordnung des Stiftungsrats.
Der ursprüngliche Auslöser
Anfang Juni hatte Wolf auf der Plattform Bluesky für Aufsehen gesorgt, als er Eva Schütz – die sich zu diesem Zeitpunkt um die ORF-Generaldirektion bewarb – als „Herausgeberin, einer rechten, rassistischen Fake-News-Schleuder“ bezeichnete. Gemeint war damit ihr Online-Portal „exxpress“. Der von der FPÖ entsandte Stiftungsrat Peter Westenthaler brachte daraufhin bereits damals eine Anzeige bei ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher ein.
Compliance-Beauftragter sieht Verstoß
Thurnher ließ das Posting in der Folge prüfen. Ergebnis: Der Compliance-Beauftragte der Generaldirektion stufte den Beitrag als Verstoß gegen den ORF-Ethikkodex ein. Wolf selbst reagierte auf diese Einschätzung wiederum via Bluesky: „Wir haben über diese Einschätzung – auch mit der Redaktionsvertretung – sehr viel diskutiert, weil sie in klarem Widerspruch zu früheren Beurteilungen steht.“ Nach seiner Darstellung habe sich auch die Evaluierungskommission der Einschätzung des Compliance-Beauftragten nicht angeschlossen. Zudem hielt Wolf ausdrücklich fest, nicht abgemahnt worden zu sein.
Widerspruch bei der Frage der Abmahnung
Genau an diesem Punkt entzündet sich nun der neue Streit: Laut Westenthaler hatte Thurnher im vorangegangenen Stiftungsrat über „die Abmahnung des Herrn Wolf“ berichtet – eine Darstellung, der Wolf öffentlich widerspricht. Westenthaler wirft Wolf zudem vor, seine ursprüngliche Aussage über „exxpress“ in einem weiteren Beitrag bekräftigt und die Abmahnung „in Zweifel“ gezogen zu haben.
Umfassende Auskunft von Thurnher gefordert
Westenthaler bestätigte gegenüber oe24, das Thema unter dem Titel „Konsequenzen für ORF-Mitarbeiter bei Verstößen und wiederholten Verstößen gegen Dienstanweisungen“ erneut auf die Tagesordnung der Stiftungsratssitzung am Donnerstag gesetzt zu haben. Konkret verlangt er eine Auflistung sämtlicher bisher angezeigter sowie geahndeter Verstöße, insbesondere gegen die Dienstanweisung zum Ethikkodex, sowie Auskunft darüber, wie mit den „wiederholten Verstößen des Herrn Armin Wolf“ bisher umgegangen wurde.
Auch Stiftungsratschef will Vergleichsfälle wissen
Zusätzlich verlangt ORF-Stiftungsratschef Heinz Lederer von Thurnher Auskunft darüber, welche weiteren ORF-Mitarbeiter in den vergangenen Jahren neben Wolf Verwarnungen oder ähnliche Ermahnungen erhalten haben – ein Vergleichsmaßstab, der die aktuelle Debatte einordnen soll.
Ob und wie sich die widersprüchlichen Darstellungen von Thurnher und Wolf zur Abmahnungsfrage bei der Sitzung am Donnerstag klären lassen, bleibt bislang offen.
Credits: EXPA/ Michael Gruber
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