PISA-Studie: Fast jeder fünfte Schüler bleibt sitzen

PISA-Studie: Fast jeder fünfte Schüler bleibt sitzen

Österreichs Schulen liefern zum Herbstauftakt schon die nächste unerfreuliche Kennzahl: Laut aktueller PISA-Studie hat bereits fast ein Fünftel der 15-Jährigen mindestens einmal eine Schulstufe wiederholt – deutlich mehr als in vielen anderen Industriestaaten.

18 Prozent mit Klassenwiederholung

Wie die APA berichtet, haben 18 Prozent der 15-Jährigen in Österreich zumindest einmal eine Schulstufe wiederholt. Damit liegt das Land deutlich über dem OECD-Schnitt, der 2025 bei knapp elf Prozent lag. Zum Vergleich: In den bei PISA besonders erfolgreichen Ländern Estland und Irland betrifft das Sitzenbleiben nicht einmal fünf Prozent der Jugendlichen.

Brennpunktschulen besonders stark betroffen

Ein deutliches Gefälle zeigt sich innerhalb Österreichs selbst: An sogenannten Brennpunktschulen haben bereits 36 Prozent der Jugendlichen mindestens eine Klasse wiederholt – doppelt so viele wie im landesweiten Durchschnitt.

Probleme beginnen schon in der Volksschule

Die Daten zeigen, dass Schwierigkeiten oft schon früh in der Schullaufbahn auftreten. Laut APA müssen bereits neun Prozent der Kinder während der Volksschulzeit mindestens ein Jahr wiederholen, weitere neun Prozent betrifft es in der Mittelschule oder AHS-Unterstufe. Später sinkt der Anteil merklich: In der AHS-Oberstufe sowie in berufsbildenden mittleren und höheren Schulen liegt die Quote nur noch bei vier Prozent. Dass eine Schulstufe insgesamt dreimal besucht werden muss, kommt mit weniger als zwei Prozent nur selten vor.

Herkunft und Einkommen der Eltern entscheidend

Besonders deutlich zeigen die Zahlen den Einfluss des familiären Hintergrunds. Bei Schülern, deren Eltern über wenig Einkommen und eine geringe formale Bildung verfügen, liegt der Anteil der Klassenwiederholungen laut APA bei 28 Prozent. Bei Jugendlichen aus zugewanderten Familien sind es sogar 30 Prozent. Deutlich seltener tritt Sitzenbleiben dagegen bei Jugendlichen aus wohlhabenderen Akademikerfamilien, an Privatschulen sowie in ländlichen Regionen auf – dort liegt die Quote jeweils bei rund zehn Prozent.

Ähnliches Muster in mehreren europäischen Ländern

Vergleichbar hohe Werte wie in Österreich finden sich europaweit unter anderem in Spanien, Deutschland und den Benelux-Staaten. Besonders hohe Quoten von mindestens 30 Prozent treten dabei durchgängig in jenen Regionen auf, in denen viele Jugendliche aus einkommensschwachen Familien leben – ein Muster, das sich damit auch international bestätigt.

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