Es war ein hitziger Auftritt für E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch in der ZiB2, wo er von Moderator Armin Wolf ins Kreuzverhör genommen wurde. Zentrales Thema der brisanten Diskussion war die Nachricht, die viele Österreicher beunruhigt: Die Netzkosten für Gas werden 2026 erneut explodieren.
Der Preisschock: Gaskosten schnellen in die Höhe
Die Bombe platzte kürzlich, als ein Verordnungsentwurf der E-Control öffentlich wurde. Demnach sollen die Gasnetzentgelte um durchschnittlich 18,2 Prozent steigen, wie oe24 berichtet. Dies folgt auf erhebliche Preiserhöhungen in der Vergangenheit und belastet die Haushaltsbudgets weiter. Urbantschitsch versuchte, die drastische Maßnahme zu erklären, und nannte sinkenden Gasverbrauch, die hohen Kosten für die Instandhaltung der bestehenden Infrastruktur und wärmere Winter als Hauptgründe.
„Jetzt müssen wir noch mehr auf die Kosten achten, es ist aber nicht einfach“, räumte er im Interview ein.
Der Umstieg auf neue Heizsysteme verlaufe nicht einheitlich, was die Sache verkompliziere. Der Schlüssel zur Kosteneinsparung sei die „Redimensionierung“ des Gasnetzes.
E-Control verspricht, „Druck auszuüben“
Als Reaktion auf die wachsende öffentliche Besorgnis kündigte der Chef der E-Control an, dass seine Behörde Druck auf die Netzbetreiber ausüben wolle. Ziel ist es, sie zu zwingen, ihre Kosten an die rückläufigen Erlöse anzupassen und das Gasnetz zu verkleinern. Er wies jedoch auf ein großes Hindernis hin: eine gesetzliche Anschlusspflicht, die er als kontraproduktiv ansieht. Als Moderator Armin Wolf infrage stellte, ob es für ein kleines Land wie Österreich sinnvoll sei, mehrere unterschiedliche Netztarife zu haben, wich Urbantschitsch aus und verwies auf bestehende Gesetze und politische Entscheidungen aus der Vergangenheit. Er räumte jedoch ein, dass ein einheitliches System zu begrüßen wäre.

Ein Hoffnungsschimmer: Der „Sonnen-Rabatt“ für Strom
Während Gaskunden düsteren Nachrichten entgegensehen, gibt es eine leichte Entlastung für Stromnutzer. Im Durchschnitt sollen die Stromnetzentgelte im nächsten Jahr nur um moderate 1,1 Prozent steigen und in fünf Bundesländern sogar sinken. Das eigentliche Highlight ist jedoch die Einführung eines „Sonnen-Rabatts“ aufgrund des Booms bei Photovoltaikanlagen. Wie oe24 berichtet, wird diese neue Maßnahme einen Rabatt von 20 Prozent auf die Netzentgelte zwischen dem 1. April und dem 30. September bieten, speziell von 10 bis 16 Uhr.
Doch Wolf bohrte weiter nach und fragte, warum der Strom, der von diesen PV-Anlagen ins Netz eingespeist wird, in Zeiten des Überschusses nicht einfach verschenkt wird. Urbantschitsch argumentierte, das derzeitige System sei bereits „attraktiv genug“. Er erwähnte auch, dass kleine Anlagen von einer Einspeisegebühr ausgenommen würden. Auf die Frage, wie klein diese Anlagen genau sein müssten, um sich für die Ausnahme zu qualifizieren, konnte der Energieregulator jedoch keine konkrete Antwort geben.
Credits: APA
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