Wöginger-Anwalt attackiert Anklage: „Meine Mandanten sind nur Bauernopfer!“

Wöginger-Anwalt attackiert Anklage: „Meine Mandanten sind nur Bauernopfer!“

Es wird wieder ernst für August Wöginger. Der mächtige ÖVP-Klubobmann muss sich im Linzer Landesgericht den harten Vorwürfen des Amtsmissbrauchs stellen. Nachdem der Deal mit der Justiz geplatzt war, geht der Prozess nun in die nächste, entscheidende Runde. Wögingers Verteidiger Michael Rohregger wählte dabei am Mittwoch deutliche Worte und holte zum Rundumschlag aus.

Verteidigung sieht Wöginger am Pranger

Die Anspannung im Gerichtssaal war greifbar. Anwalt Rohregger versuchte gleich zu Beginn, das Bild der Anklage geradezurücken. Wie oe24 berichtet, widersprach er vehement dem Eindruck, bei der Postenbesetzung sei „alles schief“ gegangen oder man befinde sich gar „im Kriminal“. Seine Strategie ist klar: Angriff. Die drei Angeklagten – Wöginger und zwei Finanzbeamte – würden hier stellvertretend für ein ganzes System „an den Pranger gestellt“, für das sie gar nichts könnten. Der Anwalt wurde noch deutlicher und bezeichnete die Angeklagten als reine „Bauernopfer“.

Der Kampf um den Verfassungsgerichtshof

Hintergrund des erneuten Gerichtstermins ist das Scheitern der Diversion. Das Oberlandesgericht Linz hatte den „Freikauf“ gekippt, womit Wöginger nicht straffrei aus der Sache herauskommt. Ein Umstand, den die Verteidigung nicht hinnehmen will. Laut ORF plant Rohregger deshalb den Gang zum Verfassungsgerichtshof. Das Argument: Das Recht auf Gehör sei verletzt worden, da Wöginger zur Entscheidung über die gekippte Diversion nicht angehört wurde.

„Total happy“ über den Postenschacher?

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hält indes dagegen und fährt schwere Geschütze auf. Wie die Presse aus dem Gerichtssaal meldet, betonte Oberstaatsanwalt Georg Kasinger, dass es „so viel an belastenden Beweisen bei einem derartigen Verfahren noch nie“ gegeben habe. Im Zentrum stehen wieder einmal brisante Chats mit Thomas Schmid. Als der Wunschkandidat den Posten bekam, schrieb Schmid: „Wir haben es geschafft :-)). Der Bürgermeister schuldet dir was!“ Wögingers Antwort, die ihn nun schwer belastet: „Echt super! Bin total happy. Dankeschön.“

War es nur ein „Blackout“ der Konkurrentin?

Die Verteidigung versucht indessen, die fachliche Eignung des ÖVP-Bürgermeisters, der den Job bekam, zu betonen. Wöginger sei keinesfalls der „Best Buddy“ der Kommissionsmitglieder gewesen und habe keinen Einfluss auf die Reihung gehabt, zitiert oe24 den Anwalt. Warum die eigentlich besser qualifizierte Gegenkandidatin Christa Scharf den Job nicht bekam? Laut Kurier argumentierte die Verteidigung mit einem schlechten Tag der Bewerberin. Sie sei wegen Nervosität und eines „Blackouts“ an die sechste Stelle gereiht worden. Dass sie diskriminiert wurde, bestreitet die Wöginger-Seite vehement.

Quellen: oe24, ORF, Die Presse, Salzburger Nachrichten, Kurier, Tiroler Tageszeitung
Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x