WKO-Skandal: Nach Gagen-Skandal wird die Notbremse gezogen

WKO-Skandal: Nach Gagen-Skandal wird die Notbremse gezogen

Nach dem Rücktritt von Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer und wochenlangem Wirbel um exorbitante Gagen-Erhöhungen, wird nun zurückgerudert. Die geplante Anhebung der Entschädigungen für Spitzenfunktionäre wird vorübergehend ausgesetzt. Ein verzweifelter Versuch, die Wogen zu glätten und die aufgebrachten Mitglieder zu beruhigen.

Neue Chefin, neuer Kurs?

Die designierte Übergangschefin Martha Schultz scheint nach dem Mahrer-Debakel aufräumen zu wollen. Wie unter anderem oe24.at berichtet, wurde der Schritt gemeinsam mit den Landeskammern gesetzt, um wieder Sachlichkeit in die aufgeheizte Debatte zu bringen. Die Aussetzung der Erhöhungen soll gelten, bis eine externe Prüfung abgeschlossen ist. Ob dies, wie von der Kronen-Zeitung erwähnt, durch den Rechnungshof geschehen wird, ist allerdings noch unklar.

„Jetzt ist die Zeit, ein klares Signal an unsere Mitglieder und an die Öffentlichkeit zu senden“, wird Schultz in einer Aussendung zitiert. Man müsse weg von einer emotionalen Ebene hin zu einem sachlichen Dialog, um den Weg für Reformen zu bereiten.

Druck von allen Seiten

Der Skandal um die massiven Erhöhungen der Entschädigungen, gepaart mit Mehrfachbezügen und einer unglücklichen Kommunikation, kostete Harald Mahrer letztlich seinen Posten. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich war die erste, die die Reißleine zog und die Erhöhung stoppte. Nun zieht die Bundes-WKO nach und empfiehlt, wie oe24.at meldet, auch den 693 eigenständigen Fachorganisationen dringend, dieser Vorgehensweise zu folgen.

Die Maßnahme ist eine direkte Reaktion auf den massiven öffentlichen Druck. Die Diskussion um die Zukunft der Wirtschaftskammer, die für ihre Mitglieder eine Pflichtmitgliedschaft vorsieht, wird lauter. Rufe nach mehr Transparenz, schlankeren Strukturen und einer stärkeren Serviceorientierung kommen mittlerweile aus der Politik und von Wirtschaftsverbänden. Der Gagen-Skandal hat eine Lawine losgetreten, die mit dem Stopp der Erhöhungen allein wohl nicht aufzuhalten sein wird.

Quellen: DiePresse, oe24, Kronen-Zeitung

Credits: APA

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