Sozialministerin Korinna Schumann sieht sich aktuell mit scharfer Kritik bezüglich hoher Förderungen für die Antidiskriminierungsstelle Steiermark konfrontiert. Im Raum stehen Vorwürfe der falschen Prioritätensetzung und politischer Günstlingswirtschaft, die eine Debatte über den Einsatz von Steuergeldern entfacht haben.
Vorwürfe vonseiten der FPÖ
Geäußert hat die Kritik FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz, er warf Ministerin Schumann in einer Aussendung „unfassbare Doppelmoral“ vor. Schnedlitz hebt hervor, dass fast eine halbe Million Euro an die Antidiskriminierungsstelle fließen, während gleichzeitig bei Projekten für Menschen mit Behinderungen unter Verweis auf die angespannte Haushaltslage gespart werde.
Zusätzlich zu den Bundesmitteln soll es laut dem Bericht eine weitere Förderung von 80.000 Euro durch die SPÖ Graz geben. Schnedlitz verurteilte die finanzielle Unterstützung und bezeichnete die Stelle als SPÖ-nahe „Denunzianten-Plattform“. Er argumentierte, die Förderung diene der Installation einer „linken Gesinnungspolizei“ und sei ein „Schlag ins Gesicht für jeden Steuerzahler“, insbesondere für jene, die wirklich auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Die Entscheidung folgt auf den vorherigen Förderstopp durch die freiheitlich geführte steirische Landesregierung.
Sozialministerium verteidigt die Entscheidung
Als Reaktion auf die Kritik hat das Sozialministerium seine Entscheidung für die Förderungen verteidigt. Das Ministerium erklärte, dass durch die gemeinsamen Zuwendungen von Stadt Graz, SPÖ Graz und dem Sozialministerium der Betrieb der Stelle mit ihren sechs Mitarbeitern bis Ende 2027 gesichert sei.
Ministerin Schumann betonte die Wichtigkeit dieser Arbeit: „Gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung braucht es starke und verlässliche Antidiskriminierungsarbeit.“ Das Ministerium unterstrich die Rolle der Einrichtung bei der Unterstützung von Betroffenen und der Förderung von Meldungen von Hass- und Extremismusvorfällen, insbesondere durch die entwickelte „BanHate-App“.
Der größere Zusammenhang
Die Auseinandersetzung berührt einen größeren politischen Konflikt über die Rolle und Finanzierung von Nichtregierungsorganisationen. Die FPÖ fordert einen sofortigen Stopp der Zahlungen und verlangt, dass die Regierung ihre Mittel auf Familien, Pensionisten und sozial Schwache in der eigenen Bevölkerung konzentriert. Schnedlitz bestand zudem darauf, dass die Verfolgung illegaler Online-Inhalte Aufgabe der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der unabhängigen Justiz sei und nicht von, wie er es nannte, „linken Vorfeldorganisationen“.
Quelle: exxpress.at
Credits: APA
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