Wiens Schuldenberg wächst: Bürger zahlen die Zeche

Wiens Schuldenberg wächst: Bürger zahlen die Zeche

Die finanzielle Lage der Bundeshauptstadt Wien ist alarmierend. Ein Blick in den aktuellen Budgetvoranschlag, präsentiert von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ), zeigt: Die Schulden der Stadt könnten bis 2030 auf satte 26,57 Milliarden Euro anwachsen. Die Wiener ÖVP warnt sogar vor einem noch höheren Schuldenstand von 30 Milliarden Euro, wenn man stadteigene Unternehmen einrechnet, wie „Die Presse“ berichtet.

„Bewusste Entscheidung“ oder notwendige Investitionen?

Markus Figl, Chef der Wiener ÖVP, findet klare Worte: „Wien steht vor einer Schuldenexplosion.“ Er wirft der Stadtregierung vor, bewusst über ihre Verhältnisse zu leben und den Bürgern die Zukunft zu verbauen. Die SPÖ hingegen widerspricht vehement. Laut Finanzstadträtin Novak seien die Berechnungen der ÖVP „nicht nachvollziehbar“. Sie betont, dass Schulden von stadtnahen Unternehmen wie Wiener Wohnen oder dem Wiener Gesundheitsverbund bereits im Budget berücksichtigt seien.

Gebührenerhöhungen treffen die Bürger

Die finanziellen Probleme der Stadt machen sich auch im Alltag der Wiener bemerkbar. Ab Dezember 2025 steigen zahlreiche Gebühren: Die Jahreskarte der Wiener Linien wird um fast 28 Prozent teurer und kostet künftig 467 Euro. Auch Parkpickerl, Einzelfahrscheine und die Ortstaxe werden deutlich angehoben. Besonders drastisch: Die Ortstaxe steigt von 3,2 auf 8,5 Prozent. Diese Maßnahmen sollen die klammen Kassen der Stadt entlasten, belasten jedoch die Geldbörsen der Bürger.

Einsparungen auf Kosten der Schwächsten?

Während Gebühren steigen, wird an anderer Stelle gespart – und das sorgt für Empörung. Besonders betroffen sind soziale Einrichtungen: In Winter-Notquartieren fällt das warme Mittagessen für Obdachlose weg und auch die Suchthilfe muss mit weniger Mitteln auskommen. Die Schließung des Sozialpsychiatrischen Zentrums der Caritas, das rund 100 Menschen betreut, sorgt für heftige Kritik. „Für die Schwächsten der Gesellschaft wird gespart, während die Schulden weiter wachsen“, kommentiert ein empörter Bürger.

Großprojekte auf Eis gelegt

Auch bei Infrastrukturprojekten wird der Rotstift angesetzt. Die Fertigstellung der U5 wird auf 2030 verschoben, und die Verlängerung der U2 bis Wienerberg kommt später als geplant. Laut Stadt sollen diese Maßnahmen bis zu 20 Millionen Euro an Betriebskosten einsparen.

Wie geht es weiter?

Die finanzielle Zukunft Wiens bleibt ungewiss. Während die SPÖ auf Konsolidierung setzt, fordert die ÖVP einen umfassenden Reformplan und mehr Transparenz. Klar ist: Die Bürger werden die Konsequenzen der Schuldenpolitik spüren – sei es durch höhere Gebühren oder Einsparungen im sozialen Bereich.

Quellen: exxpress.at, Die Presse

Credits: APA

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