Die Zahlen sind eindeutig und sie sind alarmierend: Der Schuldenstand der Stadt Wien hat sich binnen zehn Jahren auf 14,37 Milliarden Euro verdoppelt. Das geht aus dem am Montag präsentierten Rechnungsabschluss 2025 hervor – und auch für 2026 drohen neue Probleme.
Defizit springt auf 2,84 Milliarden Euro
Wie oe24.at unter Berufung auf den Wiener Rechnungsabschluss 2025 berichtet, ist das Defizit der Bundeshauptstadt im Vorjahr auf 2,84 Milliarden Euro gestiegen. 2024 hatte das Minus noch bei 1,77 Milliarden Euro gelegen – innerhalb eines einzigen Jahres wuchs die Lücke also um mehr als eine Milliarde Euro. Der im Doppelbudget für 2025 ursprünglich vorgesehene Wert von 2,2 Milliarden Euro wurde damit klar überschritten. Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) und NEOS-Wirtschaftssprecher Markus Ornig präsentierten die Zahlen gemeinsam. Das Defizit wurde laut oe24.at großteils durch Darlehen abgedeckt, zusätzlich wurden Rücklagen aufgelöst. Das Gesamtbudgetvolumen betrug 21,36 Milliarden Euro.
Schuldenberg von 14,37 Milliarden – Verdoppelung in zehn Jahren
Wie oe24.at weiter berichtet, belief sich die Neuverschuldung 2025 auf insgesamt 2,43 Milliarden Euro. Damit trägt Wien nun einen Schuldenberg von 14,37 Milliarden Euro – gegenüber 6,96 Milliarden Euro im Jahr 2016 eine Verdoppelung innerhalb von zehn Jahren. Finanzstadträtin Novak verwies darauf, dass Wien bei der Pro-Kopf-Verschuldung im Vergleich der Bundesländer noch im Mittelfeld liege.
Stadt nennt externe Gründe – Konsolidierung verhinderte Schlimmeres
Als Ursachen für die weit höheren Ausgaben im Vergleich zur ursprünglichen Planung nannte Finanzdirektor Christoph Maschek laut oe24.at mehrere externe Faktoren: den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der nach dem Beschluss des Doppelbudgets begann, den daraus resultierenden Konjunktureinbruch sowie die gestiegene Inflation und die daraus folgenden Gehaltsabschlüsse. Zusätzlich habe der Bund mit der Abschaffung der kalten Progression Maßnahmen gesetzt, für die es keine Gegenfinanzierung gegeben habe. Dass das Defizit letztlich deutlich unter der ursprünglichen Prognose von fast vier Milliarden Euro lag, sei laut Stadt auf Konsolidierungsmaßnahmen und ein trotz allem positives Wirtschaftswachstum in Wien zurückzuführen.
Trotz der angespannten Lage seien 2025 mehr als 20 Milliarden Euro investiert worden – davon 3,76 Milliarden in das Gesundheitswesen, 3,37 Milliarden in Soziales und fast drei Milliarden in Bildung und Kinderbetreuung, wie oe24.at berichtet.
2026: Lücke von 75 Millionen droht
Auch für das laufende Jahr zeichnen sich Probleme ab. Wie oe24.at berichtet, beträgt das im Voranschlag für 2026 ausgewiesene Defizit 2,6 Milliarden Euro. Vorerst liege man im Budgetplan – allerdings unter einer entscheidenden Voraussetzung: Der Bund müsse Maßnahmen wie die Senkung der Umsatzsteuer auf Lebensmittel kompensieren. Bleibe eine Gegenfinanzierung aus, drohe durch den Entgang von Ertragsanteilen eine zusätzliche Lücke von rund 75 Millionen Euro. Zudem soll ein neuer Gemeinderatsunterausschuss künftig detailliertere Einblicke in Budget und Vollzug ermöglichen.
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