Die Koalition hat sich geeinigt – und Familienministerin Claudia Bauer erklärt, was das konkret für österreichische Familien bedeutet. Die Nachricht ist gemischt: mehr Geld für Kinderbetreuung, aber keine automatische Anpassung der Familienleistungen.
Valorisierung pausiert – wieder
Die unangenehme Botschaft zuerst: Wie oe24 berichtete, wird die automatische Valorisierung von Familien- und Sozialleistungen ein weiteres Jahr ausgesetzt. Das bedeutet, dass Familienbeihilfe und andere Familienleistungen 2027 nicht automatisch an die Inflation angepasst werden. Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) räumte das bei einer Pressekonferenz mit „Bedauern“ ein. Es ist nicht das erste Mal: Bereits im Vorjahr wurde die Valorisierung im Zuge des ersten Doppelbudgets ausgesetzt.
Familienbonus bleibt bei 2.000 Euro – mit Einschränkung
Eine klare Zusage gibt es beim Familienbonus: Wie oe24 berichtete, bleibt er für erwerbstätige Eltern unverändert bei 2.000 Euro pro Jahr und Kind – und das ab dem ersten verdienten Steuer-Euro. Bauer betonte das ausdrücklich als Bekenntnis zur Entlastung arbeitender Familien. Allerdings gibt es eine Ausnahme: In Haushalten, wo ein Elternteil zuhause bleibt und die Kinderbetreuung übernimmt, sind Änderungen geplant. Details dazu würden noch verhandelt, erklärte die Ministerin.
300 Millionen pro Jahr für Kinderbetreuung
Als Gegengewicht zur ausgesetzten Valorisierung präsentierte Bauer eine deutliche Investition: Wie oe24 berichtete, sollen in beiden Budgetjahren 2027 und 2028 jeweils 300 Millionen Euro zusätzlich in die Kinderbetreuung fließen. Ziel ist mehr Plätze, längere Öffnungszeiten und weniger Schließtage – um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Das verpflichtende zweite Kindergartenjahr soll damit mitfinanziert werden.
Integrationspflichten-Gesetz noch vor dem Sommer
Eine weitere Ankündigung Bauers betrifft die Sozialhilfe-Reform. Wie oe24 berichtete, soll das in der Koalition bisher umstrittene Integrationspflichten-Gesetz noch vor dem Sommer gemeinsam mit einem ersten Teil der Sozialhilfe-Reform beschlossen werden. Konkret soll die volle Sozialhilfe erst nach Erfüllung von Integrationspflichten zustehen. Bauer sieht in den Verhandlungen innerhalb der Regierung „Bewegung.“
Credits: APA
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