Waffenruhe auf dem Papier, Drohnen in der Luft: Selenskyj rechtfertigt Angriffe auf Russland

Waffenruhe auf dem Papier, Drohnen in der Luft: Selenskyj rechtfertigt Angriffe auf Russland

Beide Seiten haben Waffenruhen ausgerufen — und beide Seiten greifen weiter an. Der Zustand des Ukraine-Kriegs kurz vor dem russischen Tag des Sieges ist so widersprüchlich wie selten zuvor.

Kiew: Russland hat zuerst gebrochen

Wie orf.at berichtet, hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Netzwerken die Fortsetzung ukrainischer Drohnenangriffe auf Russland verteidigt. Seine Begründung: Die Ukraine hatte ab Mitternacht des 6. Mai eine Waffenruhe angeboten — doch Russland habe diese gebrochen. „Die spiegelbildliche Reaktion auf die russischen Angriffe sind unsere Langstreckensanktionen“, so Selenskyj. Wenn Moskau den Weg der Diplomatie einschlage, werde Kiew das tun. Vorerst töte Russland aber weiter Menschen.

Perm wieder im Visier — 1.500 Kilometer von der Grenze

In der Nacht auf Donnerstag erreichten ukrainische Drohnen erneut die russische Industriestadt Perm am Ural — mehr als 1.500 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Wie orf.at berichtet, bestätigte der Gouverneur der Region Perm, Dmitri Machonin, auf Telegram einen Treffer auf ein Industrieunternehmen sowie Schäden an einem Wohnblock.

Perm ist damit kein Einzelfall mehr, sondern Teil einer systematischen ukrainischen Strategie, russische Energie- und Industrieinfrastruktur tief im Hinterland zu treffen — mit dem erklärten Ziel, die russische Kriegsfinanzierung zu schwächen.

Moskau ruft Waffenruhe aus — und droht gleichzeitig

Russland seinerseits hat für Freitag und Samstag eine einseitige Waffenruhe ausgerufen — anlässlich der Gedenkfeierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 9. Mai. Sollte die Ukraine in dieser Zeit angreifen, drohte Moskau laut orf.at mit einem „Vergeltungsschlag“ auf Kiew und forderte ausländische Botschaften zur Evakuierung auf.

Die Botschaft ist widersprüchlich: Einerseits lädt man zur Feuerpause ein, andererseits fliegen russische Raketen und Drohnen weiter täglich auf die Ukraine. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kommentierte das auf X nüchtern: „Die heutigen Luftangriffe auf die Ukraine zeigen einmal mehr, dass Russland es nicht ernst meint, wenn es von Waffenruhe oder Frieden spricht.“

Credits: APA

Teilen:
0 0 Abgegebene Stimmen
Artikel Bewertung
Abonnieren
Benachrichtigung von
guest

0 Kommentare
Älteste
Neuestes Meistgewählt
0
Ich würde mich über Ihre Meinung freuen, bitte kommentieren Sie.x