Eine parlamentarische Anfrage hat ans Licht gebracht, was viele schon lange vermuteten: Die Gehälter der Top-Manager in Österreichs Staatsbetrieben stellen selbst das höchste politische Amt in den Schatten. Während der Bundeskanzler ein ansehnliches Jahresgehalt von rund 330.000 Euro mit nach Hause nimmt, spielen einige vom Staat bestellte Führungskräfte in einer völlig anderen Liga, wie oe24.at berichtet. Die von FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz initiierte Anfrage enthüllt schwindelerregende Summen, die Fragen zur Vergütung im öffentlichen Sektor aufwerfen.
Der Millionen-Club: Post und Verbund an der Spitze
Die Zahlen sind wahrhaft beeindruckend. Wie oe24.at detailliert ausführt, war der frühere Vorstandschef der Österreichischen Post, Georg Pölzl, im vergangenen Jahr der Spitzenverdiener und kassierte bemerkenswerte 2,4 Millionen Euro. Diese Summe setzte sich aus einem Fixgehalt von etwa 600.000 Euro und einer variablen Komponente von 1,8 Millionen Euro zusammen. Sein Nachfolger, Walter Oblin, der im Oktober 2024 übernahm, verdiente immer noch stattliche 1,87 Millionen Euro.
Nicht weit dahinter liegt Michael Strugl, der Chef der Verbund AG, die zu 51 Prozent im Besitz der Republik Österreich ist. Sein Jahresgehalt für 2024 belief sich auf knapp 2 Millionen Euro. Diese Zahlen katapultieren die Chefs dieser staatsnahen Unternehmen in eine Einkommensklasse, von der die meisten Österreicher nur träumen können.
ÖBB und Nationalbank: Lukrative Chefposten
Auch ohne die Millionen-Marke zu knacken, erfreuen sich andere Staatsmanager üppiger Gehälter. Andreas Matthä, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), einem Unternehmen mit rund 45.000 Mitarbeitern, verdiente laut Governance-Bericht 2024 insgesamt 700.000 Euro. Davon waren 531.000 Euro fixe Bezüge und 169.000 Euro variable Boni.
Auch der Finanzsektor bietet großzügige Vergütungen. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) stattet ihren Gouverneur mit einem soliden Gehalt aus. Laut Governance-Bericht für das Jahr 2024 darf sich der neue Gouverneur, Ex-Wirtschaftsminister Martin Kocher, über einen Jahresbezug von 379.000 Euro freuen. Die Geschäftsführer der ebenfalls dem Finanzministerium unterstellten Österreichischen Bundesfinanzierungsagentur (OeBFA) verdienen 290.524 Euro bzw. 313.552 Euro.
Von Unis bis Integration: Eine breite Gehaltsspanne
Die Anfrage beleuchtet auch die Gehälter in anderen Sektoren. Im Bereich Kunst, Kultur und Sport erhält der Top-Verdiener jährlich 449.340 Euro. Selbst der zehnte Platz in dieser Kategorie bringt noch ein komfortables Gehalt von 254.576 Euro ein. Auch der Universitätssektor wartet mit hohen Gehältern auf, wobei die Wirtschaftsuniversität Wien ihren bestbezahlten Angestellten 396.117 Euro zahlt.
Im Vergleich dazu wirken manche Bereiche fast bescheiden. Franz Wolf, der Direktor des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), verdiente 2024 rund 197.703 Euro. Der Top-Verdiener in den dem Bildungsministerium zugeordneten Unternehmen erhält vergleichsweise geringe 96.111 Euro pro Jahr. Wie der Rechnungshof jedoch schon 2023 errechnete, lag das Durchschnittseinkommen für Vorstände und Geschäftsführer von Staatsbetrieben bereits 2022 bei 218.900 Euro. Dies unterstreicht einen klaren Trend zu hohen Gagen für die Top-Manager des Landes im öffentlichen Sektor.
Credits: APA
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