Vertrauenskrise: Babler bildet Schlusslicht im Polit-Ranking

Vertrauenskrise: Babler bildet Schlusslicht im Polit-Ranking

Es sind Zahlen, die in der SPÖ-Zentrale für wenig Begeisterung sorgen dürften. Das aktuelle Polit-Barometer liefert eine ernüchternde Bestandsaufnahme für die österreichische Spitzenpolitik – und ganz besonders für einen: Vizekanzler Andreas Babler. Wie eine aktuelle Erhebung der Lazarsfeld Gesellschaft für oe24 zeigt, kämpft der SPÖ-Chef derzeit mit einem massiven Vertrauensproblem.

Die rote Laterne leuchtet hell

Der Jahresauftakt hätte für Andreas Babler durchaus besser laufen können. Die Daten der Lazarsfeld Gesellschaft (Erhebungszeitraum 5. bis 7. Jänner 2026, 1.000 Befragte) sprechen eine deutliche Sprache: Babler landet im Vertrauensranking der heimischen Top-Politiker auf dem letzten Platz.

Konkret vertrauen ihm laut der Umfrage nur 17 % der Befragten. Demgegenüber steht eine überwältigende Mehrheit von 64 %, die ihm kein Vertrauen schenkt. Das ergibt einen Negativ-Saldo von 47 Punkten – ein Wert, mit dem er laut oe24 sogar hinter der Grünen-Chefin Leonore Gewessler liegt. Damit hat der Mann, der die SPÖ nach sieben Jahren Opposition wieder in die Regierung geführt hat, die „rote Laterne“ im Vertrauens-Check inne.

Minus-Werte durch die Bank

Doch Babler ist in guter – oder besser gesagt: in gleicher – Gesellschaft. Wie die Umfrage der Lazarsfeld Gesellschaft verdeutlicht, befindet sich derzeit kein einziger der abgefragten Spitzenpolitiker im positiven Bereich. Alle weisen mehr negative als positive Nennungen auf.

Einzig Bundespräsident Alexander Van der Bellen kann sich traditionell etwas absetzen. Mit 36 % Vertrauen gegenüber 49 % Ablehnung kommt er auf einen Saldo von -13 und führt damit das Feld an.

Auch die Koalitionspartner von Andreas Babler kommen nicht ungeschoren davon. Wie oe24 berichtet, liegen Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (21 % Vertrauen) und Bundeskanzler Christian Stocker (20 % Vertrauen) fast gleichauf. Auch bei den Misstrauenswerten schenken sie sich mit 59 bzw. 58 % kaum etwas.

Kickl im Aufwind, FPÖ dominiert Parteien-Ranking

Einen bemerkenswerten Aufstieg verzeichnet hingegen FPÖ-Chef Herbert Kickl. In den letzten zwei Jahren konnte er sich laut den Daten kontinuierlich nach oben arbeiten. Mit 35 % positiven Nennungen liegt er im Vertrauensranking nur noch knapp hinter dem Bundespräsidenten. Zwar lehnen ihn immer noch 55 % ab, doch auch dieser Wert ist nach Van der Bellen der zweitbeste im Feld. Die Polarisierung um seine Person scheint, wie die Analyse der Umfragedaten nahelegt, abgenommen zu haben.

Dieser Trend spiegelt sich auch bei den Parteien wider. Fragt man direkt nach dem Vertrauen in die politischen Parteien, schwingt sich die FPÖ mit 34 % klar an die Spitze. Die politische Konkurrenz dümpelt laut oe24 weit abgeschlagen zwischen 18 und 19 % dahin.

Für Andreas Babler und sein Team dürfte diese Momentaufnahme Anlass zur Analyse sein – denn das politische Jahr ist noch jung, und Vertrauen ist bekanntlich eine Währung, die hart erarbeitet werden muss.

Quelle: oe24.at
Credits: APA

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