Ein neuer Bericht der NGO Foodwatch sorgt für Aufsehen: Trotz EU-weiter Verbote gelangen gefährliche Pestizide über importierte Lebensmittel in die Supermarktregale. Besonders betroffen sind Bananen, Birnen und Langkornreis. Die Daten stammen aus dem Pestizid-Monitoring der EU-Behörde EFSA aus dem Jahr 2023.
Jedes fünfte Produkt belastet
Laut Foodwatch enthielten über 19 Prozent der untersuchten pflanzlichen Lebensmittel Rückstände von in der EU verbotenen Pestiziden. Besonders gravierend ist die Situation bei Bananen: Jede getestete Probe wies Pestizidrückstände auf, 84 Prozent davon enthielten sogar verbotene Wirkstoffe. Die betroffenen Lebensmittel stammen häufig aus Ländern wie Costa Rica, Kolumbien, Pakistan, Ecuador, China und Indien.
Der gefährliche Cocktail-Effekt
Ein weiteres Problem ist der sogenannte Cocktail-Effekt. „Die Behörden bewerten Substanzen einzeln, verzehrt werden sie jedoch gemeinsam“, warnt Foodwatch-Chefin Indra Kley-Schöneich. In mehreren Proben wurden gleich mehrere verbotene Wirkstoffe nachgewiesen, was das Risiko für Konsumenten zusätzlich erhöht.
Kritik am „Pestizid-Bumerang“
Foodwatch kritisiert, dass die EU den Import von Lebensmitteln erlaubt, die mit verbotenen Pestiziden behandelt wurden. Gleichzeitig werden diese Stoffe aus der EU exportiert. So wurde der Wirkstoff Bifenthrin, der in der EU verboten ist, aus Österreich nach Belarus und in die Ukraine geliefert. Die NGO fordert ein Verbot der Produktion und des Exports solcher Pestizide sowie eine Senkung der Rückstandshöchstwerte auf die Nachweisgrenze.
EU will strengere Kontrollen
Die EU-Kommission hat angekündigt, importierte Lebensmittel künftig strenger auf Rückstände gefährlicher Pestizide zu kontrollieren. Foodwatch warnt jedoch vor einer möglichen Aufweichung der Standards durch den sogenannten „EU-Omnibus“. „Schutzstandards dürfen nicht weiter untergraben werden – ohne Ausnahmen und Übergangsregeln“, so die NGO.
Quellen: exxpress.at, oe24.at, EFSA-Bericht
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