Bundespräsident Alexander Van der Bellen sprach in seiner Neujahrsansprache zum Jahresbeginn 2026 die Bedeutung eines neuen „Europa-Patriotismus“ an. Die Ansprache wurde am Abend im ORF ausgestrahlt. Van der Bellen verwies darauf, dass ein stärkerer Zusammenhalt in Europa vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen notwendig sei.
„Lassen wir uns dieses Europa nicht schlechtreden“
Van der Bellen betonte, dass sich die weltpolitische Lage verändert habe und der Zusammenhalt der europäischen Staaten von zentraler Bedeutung sei. Laut Tiroler Tageszeitung warnte er davor, dass externe Akteure versuchen könnten, Europa wirtschaftlich und politisch zu spalten. Er sagte: „Unser Europa ist ein Ort, um den uns viele, sehr viele Menschen beneiden. Lassen wir uns dieses Europa nicht schlechtreden.“ Zudem wies Van der Bellen darauf hin, dass es für einzelne Akteure einfacher sei, kleine Nationalstaaten zu beeinflussen als einen Staatenverbund wie die Europäische Union mit über 450 Millionen Bürgern.
Europa soll Eigenständigkeit stärken
Der Bundespräsident adressierte in seiner Rede auch die Notwendigkeit, die Eigenständigkeit Europas in verschiedenen Bereichen zu erhöhen. Dazu zählte er die Energieversorgung, die Digitalisierung sowie die Verteidigungsfähigkeit. Van der Bellen erklärte, die Europäische Union sollte ihre Verhandlungsmacht erkennen und ausbauen, um unabhängiger von äußeren Einflüssen zu werden. Er verwies darauf, dass die Staaten Europas beispielgebend für ein friedliches Zusammenleben sein könnten.
Reformbedarf in Österreich
In Bezug auf die nationale Politik sprach Van der Bellen laut Kleine Zeitung von offensichtlichem Reformbedarf in Österreich. Damit diese Reformen verwirklicht werden können, betonte er die Bedeutung von Kompromissbereitschaft. Er führte aus, dass niemand allein im Besitz der Wahrheit sei und bezeichnete den „guten Kompromiss“ als ein wesentliches Element der österreichischen politischen Kultur.
Credits: APA
Neueste Kommentare