Die US Space Force hat erstmals offiziell eingeräumt, dass die Vereinigten Staaten über Waffen im Erdorbit verfügen. Die knapp gehaltene Erklärung wirft ein neues Licht auf den zunehmenden militärischen Wettlauf im All zwischen den USA, Russland und China.
„Waffen zur Weltraumkontrolle“
„Die USA verfügen über Waffen zur Weltraumkontrolle im Orbit“, erklärte ein Sprecher der US Space Force am Montag. Einzelheiten zu den konkreten Waffensystemen nannte er nicht, betonte aber, diese seien „in der Lage, den gemeinsamen Kampfverband gegen feindliche Aktionen zu verteidigen“. Die sogenannte Weltraumkontrolle umfasse jene Einsatzbereiche, „die erforderlich sind, um den Weltraum zu kontrollieren und zu verteidigen“, so die Erklärung weiter. Zum Einsatz kämen dabei sowohl „kinetische als auch nicht-kinetische Mittel“, die sich sowohl offensiv als auch defensiv nutzen ließen.
Space Force seit 2019 eigene Truppengattung
Die US Space Force wurde in Trumps erster Amtszeit 2019 als eigenständige Teilstreitkraft gegründet. Als Hauptmotivation dafür gelten die beiden geopolitischen Hauptrivalen der USA, Russland und China, die beide als potenzielle Bedrohung für amerikanische Interessen im Weltraum eingestuft werden.
Rivalen ebenfalls aktiv
Laut Einschätzung der Space Force entwickelt und betreibt China eigene Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten als Teil einer umfassenden Strategie zur Modernisierung des Militärs. Russland wiederum betrachte den Weltraum grundsätzlich als Kriegsschauplatz – Moskau gehe davon aus, dass die Vorherrschaft im All ein entscheidender Faktor künftiger Konflikte sein werde.
Ein Vertrag mit Lücken
Historisch galt die größte internationale Sorge lange der Stationierung von Atomwaffen im Weltraum. Der 1967 unterzeichnete Weltraumvertrag, dem sowohl die USA als auch Russland und China angehören, verbietet genau das ausdrücklich und schreibt vor, dass die Erforschung des Alls „friedlich“ zu erfolgen habe. Auf Satelliten oder Raumschiffen stationierte konventionelle Waffen fallen jedoch nicht unter dieses Verbot – genau in dieser rechtlichen Lücke bewegt sich die nun bestätigte US-Weltraumbewaffnung.
Wettrüsten auch im digitalen Raum
Parallel zur klassischen Bewaffnung gewinnt auch das Stören und Hacken gegnerischer Satelliten zunehmend an Bedeutung. Russland, die USA, China und Indien loten derzeit allesamt aus, wie sie außerhalb des Vertragsrahmens agieren können – unter anderem durch gezielte Angriffe auf jene Satelliten der Rivalen, die für militärische Kommunikation, Überwachung und Navigation von zentraler Bedeutung sind.
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