Artur A. war untauglich, aber durfte Glock-Pistole kaufen: „Unfassbar“, kritisiert Kunasek

Artur A. war untauglich, aber durfte Glock-Pistole kaufen: „Unfassbar“, kritisiert Kunasek

„Hier hat es ein Versagen gegeben, das muss man ganz offen sagen“, kommentiert Mario Kunasek (FPÖ), der Landeshauptmann der Steiermark, dass zwar eine Behörde – das Bundesheer – die psychische Problematik bei späteren Serienmörder Artur A. (21) erkannt hat und ihn als untauglich ablehnte – die andere Behörde aber trotzdem dem arbeitslosen Ex-BORG-Schüler und Egoshooter-Freak eine Waffenbesitzkarte ausgestellt hat. Damit hatte der Mörder die Möglichkeit, eine halbautomatische Glock-Pistole zu kaufen.

Auf einem der schockierenden Videos au dem BORG Dreierschützengasse vom Dienstag ist die schnelle Schussabgabe ganz genau zu hören: In Sekundenschnelle feuert Artur A. (21) auf die Schüler und auf zwei Lehrer, die Projektile aus der Glock-Pistole töten zehn Menschen, verletzten weitere zwölf Schüler schwer.

Diese Pistole hätte gar nicht in seinen Besitz kommen können, wenn eine Behörde die andere informiert hätte: So hat das Bundesheer bestätigt, dass Artur A. (21) aufgrund seines psychischen Zustandes als untauglich galt und vom Wehrdienst ausgeschlossen wurde. Aufgrund der Gesetzeslage darf das Bundesheer aber keine anderen Behörden über diese akute Gefahr informieren – so kam dann ein ziviler Gutachter zur Ansicht, Artur A. könne sehr wohl eine Waffenbesitzkarte und damit eine Pistole erhalten.

Diese unglaubliche Vorgehensweise, die 19 Menschen das Leben gekostet hat, kritisiert nun auch der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) scharf. In einem Interview mit puls4 sagte Kunasek: „Das ist wirklich unglaublich und unfassbar. Hier hat es ein Versagen gegeben, das muss man ganz offen sagen.“

Allerdings sagt Kunasek auch: „Es war kein Versagen der unmittelbar handelnden Behörden, die müssen ja nach den geltenden Gesetzen entscheiden. Dazu braucht es jetzt eben rasch eine Gesetzesänderung, damit solche Dinge nicht mehr passieren.“ Und der Landeshauptmann weiter: „Das ist ja schier undenkbar, dass diese wichtige Information vom Bundesheer nicht weiteregegeben werden darf.“ Wenn diese Informations-Lücke geschlossen gewesen wäre, hätte man verhindern können, dass dieser Täter legal zu Waffen gekommen wäre.

Credit: APA

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