Wien – Es brodelt im Außenministerium! Die jüngsten Personalentscheidungen von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sorgen für hitzige Diskussionen und werfen Fragen nach Transparenz und Fairness auf. Im Zentrum der Kritik: die Karriere des ehemaligen Botschafters Arad Benkö, der offenbar von den eigenen Prinzipien abweicht.
Von Prinzipien keine Spur: Benkö und die „Cooling-off-Phase“
Arad Benkö, einst ein Verfechter von „Cooling-off-Phasen“ – also Pausen, die Politiker einlegen sollten, bevor sie in hochrangige diplomatische Positionen wechseln – scheint diese Regel für sich selbst kurzerhand außer Kraft gesetzt zu haben. Wie die Krone berichtet, war Benkö bis März 2025 Botschafter in der Ukraine, bevor er von Meinl-Reisinger zum Kabinettschef ernannt wurde. Doch die Zusammenarbeit hielt nicht lange: Bereits im Oktober wurde er zum Sondergesandten für den Nahen Osten befördert.
Offiziell hieß es, Österreich wolle in einer „hochdynamischen Phase“ einen stabilisierenden Beitrag leisten. Doch Kritiker sehen darin weniger außenpolitische Weitsicht als vielmehr eine schnelle Weitergabe eines Spitzenpostens – ohne die von Benkö selbst geforderte Übergangszeit.
Botschafterposten in Israel: Ein Karrieresprung mit Beigeschmack
Der nächste Karriereschritt steht bereits fest: Ab Sommer 2026 soll Benkö als Botschafter nach Israel entsandt werden. Dafür legte er sogar seine israelische Doppelstaatsbürgerschaft ab. Doch auch hier hagelt es Kritik. „Wo bleibt die Transparenz?“, fragen Beobachter. Schließlich hatte Benkö 2022 selbst ein Schreiben unterzeichnet, in dem er Bewerbungsgespräche, öffentliche Hearings und Cooling-off-Phasen für Kabinettsmitarbeiter forderte. Bei seiner eigenen Ernennung? Fehlanzeige.
NEOS unter Druck: Roman Pable als Nachfolger
Die Personalie Benkö ist nicht die einzige, die für Aufregung sorgt. Sein Nachfolger als Kabinettschef, Roman Pable, ist ein ehemaliger NEOS-Geschäftsführer – und hat keine Diplomatenprüfung absolviert. Ein Umstand, der in ÖVP-nahen Kreisen für Unmut sorgt. Schließlich galt diese Qualifikation bisher als Standard für diese Position.
Ein Fall von Doppelmoral?
Die Causa Benkö wirft ein Schlaglicht auf die Personalpolitik im Außenministerium und bringt Meinl-Reisinger in Erklärungsnot. Während sie sich nach außen hin für Transparenz und Fairness einsetzt, scheinen diese Prinzipien bei internen Entscheidungen oft auf der Strecke zu bleiben. Ob die Ministerin die Wogen glätten kann, bleibt abzuwarten.
Credits: APA
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