16 Milliarden Euro für drei Jahre – so lautet die Einigung der Regierung für die Universitäten. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt, was dahintersteckt: Das Budget bleibt nominell praktisch gleich. Inflationsbereinigt bedeutet das laut APA eine Kürzung um rund zehn Prozent. Ein Teil der 16 Milliarden ist zudem kein frisches Geld.
15,994 gegen 16,003 Milliarden
Die entscheidenden Zahlen stammen aus einer Unterlage des Wissenschaftsministeriums, über die die APA berichtet. Im laufenden Dreijahresbudget 2025 bis 2027 erhalten die Unis demnach nach einer Neuberechnung 15,994 Milliarden Euro. Darin sind Zusatzmittel für Ärztegehälter enthalten, abgezogen wurden ein “Solidarbeitrag” zur Budgetsanierung und ein Beitrag zum Forschungspakt. Für 2028 bis 2030 sind es nun 16,003 Milliarden – ein Plus von neun Millionen Euro oder rund 0,06 Prozent. Weil die Preise in diesen Jahren steigen werden, entspricht das laut APA real einer Reduktion um etwa zehn Prozent.
Woraus sich die 16 Milliarden zusammensetzen
Auch die Zusammensetzung ist aufschlussreich. Den Kern bilden 15,658 Milliarden Euro, die bereits im Bundesfinanzrahmengesetz vorgesehen waren. Dazu kommen 235 Millionen Euro an nicht näher bezifferten “Zusatzmitteln”, die laut APA wohl wieder für die Gehälter der Ärzte an den Uni-Kliniken reserviert sind. Die restlichen 110 Millionen sind kein zusätzliches Geld, sondern Ersparnisse: 60 Millionen Euro durch eine Verschiebung der Mieten an die Bundesimmobiliengesellschaft und 50 Millionen Euro, die die Unis durch die allgemeine Senkung der Lohnnebenkosten ab 2028 einsparen sollen.
Unis forderten 18 Milliarden
Mit diesem Ergebnis bleibt die Regierung weit unter dem, was die Universitäten verlangt hatten. Die Universitätenkonferenz hatte 18 Milliarden Euro allein zur Abgeltung der Inflation gefordert und vor massivem Personalabbau gewarnt, sollte es weniger werden. Der Rektor der Universität Wien, Sebastian Schütze, hatte jeden Abschluss unter 17 Milliarden eine “absolute Katastrophe” genannt. Laut einem weiteren oe24-Bericht droht den Unis nun ein “massiver Personalabbau”, für Donnerstag ist eine Großdemonstration angekündigt.
Stocker: “Exzellente Lösung” – mit Auftrag
Die Regierung sieht das naturgemäß anders. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) sprach nach dem Gipfel von einer “exzellenten Lösung”, betonte aber zugleich, die Unis müssten nun “ernsthafte Reformen” angehen. Bereits im ersten Quartal 2027 soll die angekündigte Hochschulstrategie 2040 vorliegen. Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) sprach angesichts der wirtschaftlichen Lage “nicht ganz ohne Stolz” von einem Budget “auf stabilem Niveau”. Lehre, Forschung und medizinische Versorgung blieben auf dem gebotenen Niveau gewährleistet. Real sinkt das Budget allerdings deutlich.
Auch Kritik aus der Koalition
Kritik kommt nicht nur von Rektoren und Opposition. FPÖ-Chef Herbert Kickl sprach vom “Schuss-in-den-Ofen-Gipfel”, und laut oe24 griffen auch die NEOS-nahen Studierenden der Junos Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) an. Wie genau die Universitäten mit dem Geld auskommen sollen, wird sich in den Leistungsvereinbarungen zeigen, die das Ministerium mit jeder einzelnen Universität abschließt.
Credits: BKA, Christopher Dunker
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