Tumult im Nationalrat: NEOS-Oberhofer attackiert FPÖ – „Klappe offen, aber nix dabei“

Tumult im Nationalrat: NEOS-Oberhofer attackiert FPÖ – „Klappe offen, aber nix dabei“

Die Asyl-Debatte im Nationalrat am Mittwoch war keine gewöhnliche Sitzung. NEOS-Abgeordneter Dominik Oberhofer lieferte eine der schärfsten Reden des Jahres – mit persönlicher Anekdote, harten Fakten und einem Satz, der für Aufruhr im Saal sorgte.

Oberhofer und die Geschichte vom Hotelbetrieb

Wie heute.at berichtet, startete Oberhofer seine Rede mit einem Blick in seine eigene Kindheit im Tiroler Hotelbetrieb seiner Familie: „Wie ich ein kleiner Bua war und neben der Mama gespielt hab, haben wir nur autochthone Österreicherinnen und Österreicher beschäftigt. Zimmermädchen war die Gerti, Koch Martin kam aus Innsbruck – und alle haben bei uns im Hotel hart gearbeitet.“ Das Ziel dieser Leute sei immer dasselbe gewesen: „Meinen Kindern soll es einmal besser gehen. Meine Kinder sollen studieren.“ Genau das sei dann auch passiert – und der Tourismus habe diesen Wegfall mit ausländischen Arbeitern kompensieren müssen.

Oberhofer zog laut heute.at einen direkten Bogen zur FPÖ-Geschichte: Zuerst seien Menschen aus den Balkanregionen gekommen – damals habe die FPÖ gewarnt vor dem „Untergang des Abendlandes“. Dann Türken – Jörg Haider hatte das Anti-Ausländer-Volksbegehren betrieben. „Dieses Bild hat sich tief eingebrannt in meine persönliche Biografie. Und heute steht der Herr Kickl da und schreit ‚Remigration – wir brauchen die Festung Österreich‘. Aber wissen Sie, wie die harte Realität aussieht?“ Würden alle Ausländer aus Österreich gedrängt, „dann würde das ganze System zusammenbrechen.“

„Klappe riesengroß offen – aber nix im Gepäck“

Den schärfsten Teil seiner Rede widmete Oberhofer laut heute.at dem Migrationsausschuss des Europarats in Paris vom 13. Mai: Von den 32 Abgeordneten aus ganz Europa, die dort Richtungsentscheidungen trafen, hätten sich die FPÖ-Vertreter rar gemacht – während Abgeordnete von Melonis Partei extra eingeflogen seien, um beim Erarbeiten konkreter Lösungen dabei zu sein.

Sein Fazit, das für Aufruhr im Saal sorgte: „Hier am Pult andauernd die Klappe riesengroß offen und über Migration schimpfen, aber wenn’s um Lösungen geht nit dabei sein! Sie haben nix im Gepäck! Das Einzige, was Sie machen können, ist, hier im Hohen Haus Entschließungsanträge einzubringen und die Regierung zur Problemlösung aufzufordern. Aber dort, wo man am Tisch sitzt, habt ihr nix dabei und sitzt nicht einmal dort.“ Kaum hatte Oberhofer das Rednerpult verlassen, musste Nationalratspräsident Peter Haubner mit einem Glockenschlag eingreifen, um die Ordnung wiederherzustellen.

Sporrer gegen Kickl – und Tumult unter den Blauen

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) nahm ebenfalls kein Blatt vor den Mund. Wie heute.at berichtet, erklärte sie in Richtung FPÖ: „Ein Kind ist zuallererst ein Kind – egal, woher es kommt. Darum ist es für mich vollkommen unverständlich, wenn Gewalt gegen Kinder verharmlost wird. Wenn man sagt, die ‚gesunde Watschn‘ hat noch niemandem geschadet. Das ist untragbar!“ Eine direkte Anspielung auf Kickls 1.-Mai-Rede, bei der er mit einer Handbewegung eine Ohrfeige angedeutet und gesagt hatte, der Lehrer habe „ein bisschen nachgeholfen“, wenn Schüler nicht gespurt hätten.

Die Aussage Sporrers entfachte laut heute.at einen Tumult unter den FPÖ-Abgeordneten – der Nationalratspräsident musste sich mit einem lauten „PSSCHT!“ Gehör verschaffen.

Credits: APA

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