US-Präsident Donald Trump hat bei seiner ersten Rede in seiner zweiten Amtszeit vor der UN-Vollversammlung für Aufsehen gesorgt. Mit scharfen Worten rechnete er mit der Welt ab und sparte dabei weder die Vereinten Nationen noch Europa oder Deutschland aus. Wie die „BILD“ berichtet, war die Rede geprägt von Provokationen, Eigenlob und kontroversen Aussagen.
„Die UN ist ein Witz“: Trumps Generalabrechnung
Trump begann seine Rede mit einer scharfen Kritik an den Vereinten Nationen. Er bezeichnete die Organisation als ineffizient und ging sogar so weit, das Gebäude und den Teleprompter zu kritisieren. „Die UN hat versagt“, wetterte er und forderte gleichzeitig den Friedensnobelpreis für sich selbst, da er „sieben Kriege beendet“ habe.
Deutschland im Fokus: Lob und Kritik
Besonders Deutschland geriet ins Visier des US-Präsidenten. Trump behauptete, Deutschland habe dank seiner Führung den „kranken Weg“ in der Energie- und Migrationspolitik verlassen. „Sie sind zurück zu fossilen Brennstoffen und Atomkraft, was gut ist“, erklärte er – eine Aussage, die faktisch nicht korrekt ist. Dennoch lobte er die vermeintliche Kehrtwende und kritisierte gleichzeitig die frühere „grüne Politik“ Deutschlands, die laut ihm „total bankrott“ gewesen sei.
Die deutsche Delegation, darunter Außenminister Johann Wadephul und Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan, reagierte regungslos auf die Aussagen. Kanzler Friedrich Merz, der von Trump explizit gelobt wurde, war nicht anwesend.
Auch Österreich erwähnt: „53 Prozent Migranten im Gefängnis“
In einer Rede, die von Kritik an internationalen Organisationen und Ländern geprägt war, erwähnte Trump auch Österreich. So behauptete er, dass „53 Prozent der Gefängnisinsassen in Österreich Migranten“ seien. Diese Aussage sorgte für Stirnrunzeln und Diskussionen, da sie nicht nur Österreich, sondern auch die Migrationspolitik der EU ins Visier nahm.
Stocker und Meinl-Reisinger vor Ort
Die österreichische Delegation, bestehend aus Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), war ebenfalls vor Ort. Neben zahlreichen Treffen mit internationalen Politikern stand für Stocker auch ein Treffen mit Trump auf dem Programm – eine Premiere für den Kanzler.
„Klimalüge“ und erneuerbare Energien: Trumps Öko-Abrechnung
In einem weiteren kontroversen Abschnitt seiner Rede bezeichnete Trump die Erderwärmung als „den größten Betrug aller Zeiten“. Er erneuerte seine Kritik an erneuerbaren Energien, die er als „Witz“ abtat. „Sie sind zu teuer und schaffen nicht genug Energie, um Länder großartig zu machen“, so Trump. Stattdessen warf er grüner Politik vor, Arbeitsplätze nach China zu verlagern.
Chaos im Saal: Die Reaktionen auf Trumps Rede
Nach gut einer Stunde beendete Trump seine Rede, doch die Nachwirkungen waren deutlich spürbar. Viele Delegierte verließen den Saal, während Sitzungsleiterin Annalena Baerbock versuchte, ihre Emotionen zu verbergen. Ein Saaldiener betätigte minutenlang die Klingel, um die Unruhe zu beruhigen – vergeblich.
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