Wir alle kennen ihn als das beständige Gesicht Kärntens. Doch heute schließt sich ein großes Kapitel der österreichischen Innenpolitik. Nach 13 Jahren an der Spitze des südlichsten Bundeslandes packt Peter Kaiser seine Koffer. Der 67-jährige SPÖ-Politiker verlässt sein Büro als Landeshauptmann zum allerletzten Mal und übergibt die Macht an die nächste Generation.
Überraschung vor dem Konzerthaus
Der Abschiedstag startete überaus emotional. Vor dem Klagenfurter Konzerthaus wartete eine lautstarke Überraschung auf ihn. Die Kärntner Militärmusik spielte groß auf, um den scheidenden Landeschef ehrenvoll zu empfangen. Im mittleren Saal des Konzerthauses versammelten sich 280 geladene Gäste, darunter enge Wegbegleiter, Freunde und Vertreter aller Parteien. Wie kaernten.ORF.at berichtet, moderierte seine Stellvertreterin Gabi Schaunig die bewegende Abschiedsfeier. Zahlreiche prominente Gratulanten meldeten sich zu Wort. Sogar der ehemalige Bundespräsident Heinz Fischer schickte eine sehr persönliche Videobotschaft, um die Arbeit Kaisers zu würdigen.
Der untypischste Landeschef
Peter Kaiser war nie der klassische Kärntner Politiker. Er verzichtete auf den traditionellen Kärntner Anzug und hängte sich lieber Werke von slowenischen Künstlern in sein Büro. Das betonte auch der frühere Landeshauptmann Peter Ambrozy in seiner Rede und nannte ihn den „untypischsten Landeshauptmann“, wie der ORF festhält. Genau diese unaufgeregte Art prägte seine lange Zeit im Amt. Er übernahm das Land 2013 nach dem massiven Absturz der FPÖ und brachte Kärnten zurück in ruhige Fahrwasser. Der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle bedankte sich ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit über alle Landes- und Parteigrenzen hinweg. Zum Abschluss der Feier blieb Kaiser seinem bescheidenen Stil treu und servierte seinen Gästen ganz bodenständig Schinkenfleckerl.
Ein neues Gesicht übernimmt das Ruder
Das Land Kärnten steht nun vor einem großen Wechsel. Für eine knappe Woche übernimmt Gabi Schaunig interimistisch die Geschäfte der Landesregierung. Danach schlägt endgültig die Stunde von Daniel Fellner. Kurz nach Ostern wählt der Landtag den bisherigen Landesrat und aktuellen SPÖ-Chef zum neuen Landeshauptmann. Wie MeinBezirk.at berichtet, stand dieser Wechsel hinter den Kulissen schon länger fest. Fellner gilt als ein völlig anderer Politikertyp und steht nun vor der schweren Aufgabe, Kärnten in eine neue Zeit zu führen. Für Peter Kaiser beginnt nun ein ruhigerer Lebensabschnitt abseits des täglichen politischen Rampenlichts.
Quellen: oe24.at, kaernten.ORF.at, Kleine Zeitung, Kurier, MeinBezirk.at
Credits: APA
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