Die Tiroler Schützenkompanien haben entschieden: Frauen werden auch in Zukunft nicht als aktive Mitglieder mit Gewehr zugelassen. Diese Entscheidung fiel in einer geheimen Briefwahl, bei der 86,96 Prozent der Mitglieder für den Ausschluss stimmten. Insgesamt waren 322 Mitglieder wahlberechtigt, von denen 92,86 Prozent ihre Stimme abgaben.
Demokratische Entscheidung mit klarer Mehrheit
Die Abstimmung, die von Dezember bis Mitte Jänner stattfand, wurde durch Anträge zweier Kompanien angestoßen, die sich für die Zulassung von Frauen am Gewehr aussprachen. Landeskommandant Thomas Saurer erklärte in einem Schreiben an die Mitglieder: „Das ist ein klarer demokratischer Auftrag, unsere gewachsenen Traditionen beizubehalten.“ Gleichzeitig betonte er, dass jede Stimme Respekt verdiene, auch jene, die eine andere Position vertreten habe. Nun sei es jedoch an der Zeit, „zusammenzustehen“ und die Diskussion abzuschließen.
„Neun Thesen“ als Grundlage der Entscheidung
Der Entscheidung ging ein intensiver Diskussionsprozess voraus. In sogenannten „Viertel-Bildungstagen“ wurden Argumente gesammelt und in „neun Thesen“ zusammengefasst, die als Basis für den Grundsatzbeschluss dienten. Diese Thesen spiegeln die Traditionen und Werte des Tiroler Schützenwesens wider, die laut Saurer bewahrt werden sollen.
Frauen als tragende Säulen – aber nicht am Gewehr
Frauen spielen im Tiroler Schützenwesen weiterhin eine wichtige Rolle, jedoch nicht als aktive Mitglieder mit Gewehr. Sie sind als Marketenderinnen bei Ausrückungen präsent und übernehmen zentrale Aufgaben in der Jugendarbeit, Organisation und im sozialen Engagement. Vereinsrechtlich können sie sogar Führungspositionen bis hin zur Obfrau bekleiden. Dennoch bleibt die aktive Teilnahme mit Gewehr ausgeschlossen. Saurer erklärte, dass es hierbei nicht um die Fähigkeiten oder den Wert von Frauen gehe, sondern um das Erscheinungsbild und die Symbolik der Tradition.
Ein Schlussstrich unter die Debatte?
Mit der klaren Entscheidung soll die Diskussion um die Rolle von Frauen im Tiroler Schützenwesen beendet werden. „Jetzt gilt: Weitergehen. Zusammenstehen“, appellierte Saurer an die Mitglieder. Ob die Debatte damit tatsächlich abgeschlossen ist, bleibt abzuwarten.
Quellen: oe24.at, APA
Credits: APA
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