Ein Top-Ökonom hat eine drastische vierjährige „Rosskur“ vorgeschlagen, um Österreichs angeschlagene Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Während eines Interviews in der Nachrichtensendung ZIB2 mit Moderator Armin Wolf lieferte Gunter Deuber, Chefvolkswirt der Raiffeisen Bank International (RBI), eine ernüchternde Diagnose zur finanziellen Lage der Nation. Seine vorgeschlagene Therapie ist ein hartes Rezept, das viele Österreicher zwingen wird, den Gürtel enger zu schnallen.
Vertrauen weg, Probleme werden größer
Wie oe24.at berichtet, nannte Deuber mehrere Hauptgründe für das alarmierend niedrige Wirtschaftswachstum in Österreich. Die Exporte sind eingebrochen, während sowohl die Investitionen als auch die privaten Ausgaben deutlich zurückgegangen sind. Das Kernproblem, so Deuber, sei ein mangelndes Vertrauen in den Wirtschaftsstandort. Mehr Geld vom Staat nach dem Gießkannenprinzip zu verteilen, löse das grundlegende Problem nicht.
Der Experte nahm kein Blatt vor den Mund und wies auf einen ernsten Wettbewerbsnachteil hin. „Wir sind auch gegenüber der deutschen Wirtschaft nicht mehr preislich wettbewerbsfähig“, erklärte Deuber. Er argumentierte, dass die Löhne stark gestiegen, die Produktivität aber gesunken sei, was ein gefährliches Ungleichgewicht schaffe. Sein klares Fazit: „Wir müssen zurück zu Vor-Covid bei Staatsausgaben und Lohnsteigerungen.“
Die Vier-Jahres-Rosskur
Als Armin Wolf nachhakte, welche konkreten Schritte unternommen werden sollten, legte Deuber seinen umstrittenen Plan vor. Der Vorschlag sieht vor, die derzeit hohe Inflation zu akzeptieren, aber gleichzeitig sicherzustellen, dass Löhne und Staatsausgaben in den nächsten vier Jahren unter dieser Rate bleiben.
Diese „Rosskur“, wie er sie nannte, soll die Neuverschuldung eindämmen und die Wirtschaft langfristig wiederbeleben. Im Wesentlichen fordert der Plan eine Phase des kollektiven Sparens, in der die reale Kaufkraft der Bürger und des Staates sinken würde. Es ist ein harter Vorschlag, der das korrigieren soll, was Deuber als jahrelange, nicht nachhaltige Wirtschaftspolitik ansieht – aber einer, der mit Sicherheit eine heftige Debatte im ganzen Land auslösen wird.
Quelle: oe24
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