Wien. Vertreter des Taliban-Regimes waren erneut zu Gast im österreichischen Innenministerium. Ziel des Treffens war die Koordination weiterer Abschiebungen von verurteilten Straftätern nach Afghanistan. Wie das Innenministerium bestätigte, handelte es sich um ein „notwendiges Arbeitstreffen“, bei dem Vertreter des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) mit der Delegation aus Kabul zusammenkamen.
Hintergrund: Zusammenarbeit trotz fehlender Anerkennung
Die Taliban, die seit 2021 wieder die Macht in Afghanistan innehaben, werden international nicht als Regierung anerkannt. Dennoch arbeitet Österreich auf Beamtenebene mit dem Regime zusammen, um Abschiebungen durchzuführen. Bereits im September 2025 hatte ein ähnliches Treffen für Aufsehen gesorgt. Damals wurden in der Justizanstalt Simmering afghanische Staatsbürger identifiziert und Rückreisedokumente ausgestellt.
Innenministerium: Abschiebungen sollen „Regelfall“ werden
Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) betonte, dass die Rückführung verurteilter Straftäter nach Afghanistan künftig zum „Regelfall“ werden solle. Österreich hatte 2025 erstmals seit Jahren wieder Abschiebungen in das kriegsgebeutelte Land durchgeführt. Laut dem Innenministerium sei die Zusammenarbeit mit den Taliban notwendig, um die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für solche Rückführungen zu schaffen.
Kritik und offene Fragen
Die Zusammenarbeit mit den Taliban bleibt umstritten. Kritiker werfen der Regierung vor, durch solche Treffen das Regime indirekt zu legitimieren. Zudem gibt es Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Abgeschobenen in Afghanistan. Das Innenministerium verteidigt die Treffen jedoch als pragmatische Maßnahme, um die österreichischen Gesetze durchzusetzen.
Quellen: oe24.at, Die Presse, Krone, MeinBezirk, Heute
Credits: APA
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