Studie: Importierter Antisemitismus stärker als der von Österreichern

Studie: Importierter Antisemitismus stärker als der von Österreichern

Nach wie vor sind antisemitische Einstellungen in Österreich feststellbar. Bei rassistisch und religiös geprägtem Antisemitismus etwa gab es zwischen 2022 und 2024 wenig Veränderungen. Zugenommen hat in den vergangenen zwei Jahren aber der israelbezogene Antisemitismus.

Das geht aus der Antisemitismusstudie 2024 hervor, die das Institut für empirische Sozialforschung IFES im Auftrag des Parlaments erstellt hat. Seit 2018 werden alle zwei Jahre in einer österreichrepräsentativen Erhebung antisemitische Einstellungen erhoben. Das ermöglicht ein langfristiges Monitoring verschiedener Formen von Antisemitismus.

Im Rahmen einer Zusatzstichprobe wurden auch 2024 wieder Personen befragt, die Wurzeln in der Türkei oder einem arabischsprachigem Land haben. Für diese Gruppen wurden die gleichen Einflussfaktoren wie für die Gesamtbevölkerung festgestellt, allerdings waren sie deutlich stärker ausgeprägt.

Eine höhere Neigung zu Verschwörungsmythen, weniger Wissen, stärkerer Antiamerikanismus, patriarchale Werte und der Wunsch nach einem „starken Mann“ führen zu deutlich stärker ausgeprägtem Antisemitismus. Manifeste antisemitische Einstellungen wurden in der Zusatzstichprobe von 27 % der Befragten geäußert, latente von 48 %.

Unterschied zu Ansichten der Migranten

Besonders deutlich fällt der Unterschied zwischen Österreichern und Migranten mit türkischer oder arabischer Abstammung bei dieser Frage auf: „Wie sehr treffen die folgenden Aussagen Ihrer Ansicht nach zu:  In Berichten über Konzentrationslager und Judenverfolgung im II. Weltkrieg wird vieles übertrieben dargestellt.“ Dabei stimmen von den österreichischen Befragten nur acht Prozent „voll und ganz“ und „eher schon“ zu. Bei den türkisch- oder arabisch-stämmigen Zuwanderern sind es aber 22 % – also fast dreimal so viel.

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