Die Volkspartei Oberösterreich zelebriert heute Freitag ihren 42. ordentlichen Landesparteitag – und der hat eine klare Botschaft: Stärke demonstrieren, Führungsanspruch unterstreichen und sich für die Landtagswahl 2027 in Stellung bringen.
1.500 Funktionäre, ein Kandidat
Wie die OÖVP in einer offiziellen Einladung mitteilt, treffen sich mehr als 1.500 Funktionäre und 945 stimmberechtigte Delegierte ab 14:30 Uhr im Linzer Design Center. Im Mittelpunkt steht die Wiederwahl von Landeshauptmann Thomas Stelzer als Landesparteiobmann – zum zweiten Mal stellt er sich dieser Abstimmung. 2022 hatte er beim damals coronabedingt digital abgehaltenen Parteitag 97,1 Prozent der Stimmen geholt. Wie meinbezirk.at aus Parteikreisen berichtet, rechnet man diesmal mit mindestens 95 Prozent.
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) wird laut oe24 die Grußworte sprechen. Eröffnet wird der Parteitag mit einer Ehrung des am 23. Dezember 2025 verstorbenen Ehrenparteiobmanns und früheren Landeshauptmanns Josef Ratzenböck.
Wöginger geht – Hattmannsdorfer kommt
Eine der größten personellen Weichenstellungen ist die Ablöse im Stellvertreter-Team. Wie nachrichten.at berichtet, kandidiert ÖVP-Klubobmann August Wöginger nicht mehr als Vize des Landesparteichefs. An seiner Stelle tritt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer an. Die übrigen drei Stellvertreterinnen – Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander, WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer und Bauernbund-Landesrätin Michaela Langer-Weninger – stellen sich erneut der Wahl. Erstmals beträgt der Frauenanteil im Landesparteivorstand 50 Prozent: 14 von 28 nominierten Mitgliedern sind weiblich, wie die OÖVP offiziell bestätigt.
Klare Abgrenzung zur FPÖ als strategisches Ziel
Der Parteitag findet nicht im politischen Vakuum statt. Wie meinbezirk.at analysiert, liegt die FPÖ in aktuellen Umfragen zur Landtagswahl 2027 auf Augenhöhe mit der ÖVP – obwohl beide Parteien gemeinsam die oberösterreichische Landesregierung führen. Die ÖVP will beim Parteitag laut Landesparteisekretär Florian Hiegelsberger klarmachen, wer die Koalition führt und worin sich die Volkspartei von den Freiheitlichen unterscheidet. Eine programmatische Rede Stelzers ist angekündigt – unter dem Motto: „Unsere Kraft. Unser Einsatz. Für Oberösterreich.“
Neun Jahre nach seinem Amtsantritt als Landeshauptmann steht Stelzer damit vor der Aufgabe, sich als verlässliche Kraft zu profilieren – gegen eine FPÖ, die sich laut meinbezirk.at trotz Regierungsbeteiligung wie eine Oppositionspartei verhält.
Credits: APA
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