„Standard“ unter Beschuss: FPÖ schaltet ORF-Stiftungsrat

„Standard“ unter Beschuss: FPÖ schaltet ORF-Stiftungsrat

Am Donnerstag veröffentlichte der „Standard“ einen Artikel mit dem Titel: „Epstein-Mails: Trump-Berater vermittelte Treffen zwischen Kurz und Epstein.“ Diese Behauptung stellte sich jedoch schnell als falsch heraus. Wie oe24.at berichtet, basierte der Artikel auf einer fehlerhaften Interpretation von Chats zwischen Epstein und dem ehemaligen Trump-Berater Steven Bannon. Ein übereifriger Redakteur des „Standard“ hatte die Informationen offenbar falsch zugeordnet.

Sebastian Kurz reagierte prompt und wies die Vorwürfe entschieden zurück. In einer Stellungnahme erklärte er: „Der Standard hat heute Früh die Falschmeldung verbreitet, dass es im Jahr 2018 die Bemühungen für ein Treffen zwischen Epstein und mir gegeben haben soll. Das ist frei erfunden. Ich habe mittlerweile rechtliche Schritte eingeleitet.“

Rechtliche Konsequenzen und mediale Aufarbeitung

Nach der Klagsandrohung von Kurz änderte der „Standard“ den Artikel vollständig und distanzierte sich von den ursprünglichen Behauptungen. Dennoch bleibt die Angelegenheit nicht ohne Folgen: Kurz plant rechtliche Schritte gegen die Zeitung. Besonders pikant ist dabei, dass der „Standard“ gemeinsam mit dem ORF Workshops gegen Fake News in Schulen anbietet. Diese Tatsache sorgt nun für zusätzliche Kritik.

Kritik aus der Politik: „Hat im Klassenzimmer nichts verloren“

Der Wiener FPÖ-Mediensprecher Lukas Brucker forderte in einer Stellungnahme, das Medienkompetenz-Projekt von ORF und „Standard“ sofort zu stoppen. „Nach der groben Falschmeldung des Standard bezüglich Epstein/Kurz ist das Fass endgültig übergelaufen. Ein Medium, das derartige Fehler produziert, hat im Klassenzimmer nichts verloren“, so Brucker.

ORF-Stiftungsrat wird eingeschaltet

Auch Peter Westenthaler, Mitglied des ORF-Stiftungsrats, kündigte an, die Causa in den nächsten Stiftungsrat einzubringen. „Diese Kooperation gehört sofort beendet. Dass ausgerechnet ‚Der Standard‘ Workshops gegen Fake News macht, ist angesichts dieser Falschmeldung über Sebastian Kurz eine besondere Chuzpe“, erklärte Westenthaler gegenüber oe24.at.

Ein Lehrstück über journalistische Verantwortung

Der Vorfall zeigt, wie wichtig journalistische Sorgfaltspflicht und die Überprüfung von Quellen sind. Fehler wie diese können nicht nur das Vertrauen in die Medien beschädigen, sondern auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Der „Standard“ steht nun vor der Herausforderung, seinen Ruf als Qualitätsmedium wiederherzustellen.

Credits: APA

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