Das Drama um den ehemaligen Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer geht in die alles entscheidende Runde. Vor dem Parteischiedsgericht der Tiroler SPÖ in Innsbruck kämpft der gefallene Star der Sozialdemokraten um seine politische Heimat. Es geht um alles oder nichts: Bleibt er ein Roter, oder wird er eiskalt vor die Tür gesetzt?
Der Streit um die Millionen
Begonnen hat der wilde Konflikt im vergangenen Jahr. Wie dolomitenstadt.at berichtet, forderte Dornauer per Dringlichkeitsantrag im Landtag, 170 Millionen Euro an Übergewinnen des Landesenergieversorgers Tiwag direkt an die Bevölkerung zurückzuzahlen. Ein starkes Signal für die Bürger, aber ein rotes Tuch für seine eigene Partei. Die Landesparteispitze und der Koalitionspartner ÖVP sahen rot. Laut tirol.ORF.at warf man ihm prompt einen massiven Bruch des Koalitionsvertrages vor. Für die Parteispitze war das Maß voll, der Rauswurf aus Klub und Partei die logische Konsequenz. Seitdem sitzt der 43-Jährige als freier Abgeordneter im Tiroler Landtag.
Dornauer schlägt zurück
Aber Dornauer gibt sich nicht kampflos geschlagen. Er teilt ordentlich aus und greift die Parteiführung frontal an. Wie Die Presse berichtet, hält er das gesamte Landesparteischiedsgericht für befangen. Seine Begründung: Der Ausschluss sei politisch und rechtlich völlig haltbar. Er pocht darauf, dass sein Tiwag-Antrag ein „ursozialdemokratisches Anliegen“ war und keineswegs ein Verrat an der Koalition.
Dabei scheut er auch nicht davor zurück, große Namen ins Spiel zu bringen. Laut oe24.at verwies Dornauer zielsicher auf den Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer. Gegen diesen laufen Untreue-Ermittlungen, sogar Zwangsmaßnahmen wurden verhängt – und dennoch darf er ungestört in der SPÖ bleiben. Dornauer fragt sich lautstark, warum man ihn wegen eines Einsatzes für die Bürger abservieren will, während andere trotz schwerer Vorwürfe geduldet werden.
Die Partei bleibt hart
Die Tiroler SPÖ-Führung zeigt jedoch wenig Mitleid. SPÖ-Landesgeschäftsführerin Eva Steibl-Egenbauer machte laut Exxpress klar, dass man über Jahre hinweg sehr viel Geduld mit dem eigensinnigen Politiker gehabt habe. Der unkoordinierte Alleingang in der Tiwag-Sache sei jedoch ein gezielter Regelverstoß gewesen. Dornauer habe es schlichtweg darauf angelegt und den Rausschmiss durch seine ständigen Provokationen selbst erzwungen. Es handele sich um ein „Gesamtkunstwerk Dornauer“, wie Steibl-Egenbauer spitz anmerkte.
Nun liegt das Schicksal des Ex-Chefs in den Händen von fünf Personen. Neben der Vorsitzenden Ines Praxmarer urteilen vier Beisitzer über Dornauers Zukunft in der SPÖ.
Quellen: oe24.at, tirol.ORF.at, Die Presse, Dolomitenstadt, Osttiroler Bote, Exxpress
Credits: APA
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