SPÖ-Stiftungsratschef Lederer: Drohung gegen Journalistin und Benko-Connection?

SPÖ-Stiftungsratschef Lederer: Drohung gegen Journalistin und Benko-Connection?

Für ORF-Stiftungsratschef Heinz Lederer wird es enger. Neben dem bereits bekannten Vorwurf eines ÖSV-Beratervertrags stehen jetzt zwei weitere brisante Anschuldigungen im Raum: eine angebliche Drohung gegen eine Chefredakteurin und Kontakte zum Anwalt von René Benko. Die FPÖ richtet ihre Attacken nun direkt gegen Medienminister Andreas Babler.


Drohung gegen „profil“-Chefin Thalhammer?

Der erste Vorwurf wiegt schwer: Laut exxpress soll Lederer der profil-Chefredakteurin Anna Thalhammer nach einem ihr nicht genehmen Bericht Konsequenzen im ORF angedroht haben. Thalhammer soll den Vorfall selbst auf der Plattform X publik gemacht haben.

Thalhammer, die laut Wikipedia seit März 2023 Chefredakteurin und seit Jänner 2025 auch Herausgeberin des Nachrichtenmagazins mit Budgethoheit ist, gilt als eine der bekanntesten Investigativjournalistinnen des Landes. Sollte der Vorwurf zutreffen, wäre das ein direkter Angriff auf die Pressefreiheit – durch den obersten Aufseher des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker formulierte es in einer Aussendung deutlich: „Journalisten einzuschüchtern, ist ein klarer Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit, der nicht akzeptiert werden darf.“ Wenn ein ORF-Stiftungsratsvorsitzender wegen eines kritischen Berichts einer Journalistin drohe, seien „eigentlich alle Dämme gebrochen“.

Lederer taucht in Benko-Anwalt-Abrechnungen auf

Noch brisanter ist die zweite Enthüllung. Wie heute.at unter Berufung auf die Kronen Zeitung berichtet, taucht Lederers Name in Honorarnoten des Benko-Anwalts Stefan Prochaska auf. In einer Leistungsabrechnung der Kanzlei Prochaska an die Signa Holding wird festgehalten, dass der Anwalt am 4. November 2022 mehrfach mit Lederer kommunizierte – am selben Tag, an dem auch Telefonate mit einer „Zeit im Bild“-Redakteurin „wegen geplantem unrichtigen Bericht in ORF ZIB 2″ sowie ein Gespräch mit dem damaligen TV-Chefredakteur verrechnet wurden.

Wie heute.at weiter berichtet, taucht Lederers Name auch später in den Abrechnungen auf – so etwa am 17. Mai 2023 unter dem Eintrag „Telefonat mit Herrn Lederer wegen ORF und Report-Bericht“ sowie am 26. Mai 2023 unter „Konferenz mit Herrn Lederer“. Zu diesem Zeitpunkt stand die Signa-Gruppe bereits massiv unter Druck.

Lederer weist eine direkte Rolle für Signa zurück. Gegenüber heute.at erklärte er, keinen Auftrag des Unternehmens gehabt und René Benko nicht persönlich zu kennen. Er räumte aber ein, dass Anwälte ihn regelmäßig für Kommunikationsberatung beiziehen.

FPÖ nimmt Babler ins Visier

Hafenecker zog in seiner Aussendung eine scharfe Verbindungslinie: „Nach Gusenbauer und Dornauer ist das die nächste SPÖ-Verbindung in Richtung Benko.“ Die zentrale Frage, die er in den Raum stellt: Wurde über diese Kontakte versucht, auf die ORF-Berichterstattung Einfluss zu nehmen?

Der politische Druck richtet sich nun direkt gegen SPÖ-Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler, der Lederer in den Stiftungsrat entsandt hat. Dieser dürfe „nicht länger schweigen“ und müsse sofort Stellung beziehen, fordert Hafenecker. Andernfalls, so seine Zuspitzung, könne er „Benko gleich die SPÖ-Ehrenmitgliedschaft verleihen“.

Eine Reaktion Bablers auf die Vorwürfe lag bis Redaktionsschluss nicht vor. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.


Quellen:

Credits: APA

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