Nachdem oe24 über ein ungewöhnliches Krisentreffen von Vizekanzler Andreas Babler mit seinen Ministern und Staatssekretären berichtet hatte, meldete sich am Dienstagabend die SPÖ-Parteizentrale selbst zu Wort – mit einer klaren Absage an alle Rücktrittsspekulationen.
Seltenheim spricht von „Mythen“
Vor die Kameras in der Löwelstraße trat Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim, um Klarheit zu schaffen. Zum kolportierten Treffen erklärte er: „Es ist nichts anderes als ein Arbeitstreffen. Ich verstehe, dass große Aufregung herrscht, ich kann das aber ins Reich der Mythen abtun.“ Auch die Vorstellung einer möglichen Babler-Ablöse wies er entschieden zurück: „Es ist wirklich ein bisschen lächerlich.“
Was zuvor für Wirbel sorgte
Ausgangspunkt der Spekulationen war ein kurzfristig für Mittwoch einberufenes Treffen, zu dem Babler seine Regierungsmannschaft ohne Mitarbeiter geladen hatte – ein Umstand, der in der Partei selbst als „mehr als ungewöhnlich“ bezeichnet wurde. Ein am Freitag ebenfalls anberaumtes SPÖ-Präsidium nährte zusätzlich Gerüchte, wonach dort personelle Weichenstellungen offiziell beschlossen werden könnten.
Zwei Namen als mögliche Nachfolger im Gespräch
Sollte sich Babler tatsächlich aus dem Amt des Vizekanzlers zurückziehen, kolportierter Plan zufolge aber Parteichef und Minister bleiben, werden aktuell zwei Namen als mögliche Nachfolger gehandelt: Finanzminister Markus Marterbauer sowie Staatssekretärin Michaela Schmidt. Schmidt gilt als enge Vertraute Bablers in seinem Ministerium und fungiert zudem als Regierungskoordinatorin der SPÖ in der Dreierkoalition. Die gebürtige Salzburgerin und studierte Wirtschaftswissenschafterin machte zuvor Karriere in der Arbeiterkammer, wo bereits ihr Vater als Direktor tätig war.
Offen bleibt, was hinter dem Treffen tatsächlich steht
Trotz des deutlichen Dementis von Seltenheim bleibt die politische Ausgangslage angespannt: Babler steht parteiintern seit Wochen unter erheblichem Druck, mittlerweile gelten sämtliche SPÖ-Landesorganisationen als kritisch gegenüber seiner Führung eingestellt. Ob das Treffen vom Mittwoch tatsächlich nur ein gewöhnlicher Arbeitstermin war oder doch weitreichendere Bedeutung hatte, dürfte sich spätestens beim Präsidium am Freitag zeigen.
Credits: Parlamentsdirektion:Thomas Topf
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