Merz vor „Stützen oder stürzen“: CDU-Präsidium tagt am Wahlabend

Merz vor „Stützen oder stürzen“: CDU-Präsidium tagt am Wahlabend

Nur eine Woche nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt steht Kanzler Friedrich Merz (CDU) bereits vor der nächsten Zerreißprobe. Am Sonntag wählen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – und ein weiteres schlechtes Ergebnis könnte für den Kanzler zur persönlichen Machtfrage werden.

Ein zweiter Absturz in Serie erwartet

Nach den herben Verlusten in Sachsen-Anhalt rechnen Beobachter auch bei den beiden anstehenden Landtagswahlen mit einem weiteren schwachen Ergebnis für die Union. Die Ausgangslage für Merz ist bereits jetzt angespannt: Bundesweit ist die Union laut aktuellen Umfragewerten auf rund 18 Prozent abgerutscht – ein historisch schwacher Wert für die einstige Volkspartei.

„Stützen oder stürzen“

Wie mehrere deutsche Medien übereinstimmend berichten, plant Merz nach den Wahlen ein Krisentreffen der CDU-Spitze. Intern soll dabei die Formel „stützen oder stürzen“ kursieren – ein Vorstoß, der laut Berichten vor allem die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (Nordrhein-Westfalen) und Boris Rhein (Hessen) zu einem klaren Bekenntnis für oder gegen den Kanzler zwingen soll. Nach Informationen von „Table Media“ erwägt Merz sogar, das CDU-Präsidium bereits am späten Sonntagabend während der laufenden Auszählung in der Berliner Parteizentrale zusammenzurufen. Im Raum steht damit ein politischer Showdown, bei dem Merz indirekt die Vertrauensfrage in den eigenen Reihen stellen könnte.

Drei Namen für die Nachfolge

Sollte es tatsächlich zu einer Ablöse kommen, werden in der Union bereits mehrere mögliche Nachfolger gehandelt: NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst, CSU-Chef Markus Söder sowie zunehmend auch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) als möglicher Kompromisskandidat. Dobrindt gilt als besonders erfahrener Poker-Spieler im Berliner Politikbetrieb: Er war bereits CSU-Generalsekretär, Bundesverkehrsminister unter Angela Merkel sowie langjähriger Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, ehe er im Mai 2025 das Innenministerium übernahm.

Rückendeckung, aber wachsende Zweifel

Ganz allein steht Merz in der eigenen Partei allerdings nicht da – für seinen bisherigen Kurs gibt es innerhalb der CDU nach wie vor Unterstützer. Gleichzeitig mehren sich aber die kritischen Stimmen: Auf der Plattform X wird die geplante Präsidiumssitzung bereits kontrovers diskutiert, unter dem Schlagwort „Stützen oder stürzen“ wird dort teils offen über den möglichen „Anfang vom Ende“ seiner Kanzlerschaft spekuliert.

Ob Merz die kommenden Tage tatsächlich politisch übersteht, dürfte sich spätestens am Sonntagabend entscheiden – wenn die Wahlergebnisse aus Berlin und Mecklenburg-Vorpommern vorliegen und sich das CDU-Präsidium möglicherweise noch in derselben Nacht zur Krisensitzung trifft.

Credits: Steffen Prößdorf, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=151722057

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