Der Prozess gegen Johannes Peterlik verspricht Hochspannung. Am Dienstag muss sich der ehemalige Generalsekretär von FPÖ-Außenministerin Karin Kneissl am Landesgericht Wien verantworten. Wie oe24.at berichtet, lauten die Vorwürfe auf Amtsmissbrauch und Verletzung der Geheimhaltungspflicht. Es geht um nicht weniger als die geheime Formel für eines der gefährlichsten Nervengifte der Welt.
Geheime Dokumente ohne Grund angefordert
Im Jahr 2018 hielt ein feiger Anschlag im britischen Salisbury die Welt in Atem. Der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia wurden mit dem Nervengift Nowitschok attackiert und überlebten nur knapp. Wenige Monate später forderte das Gift ein unschuldiges Todesopfer. Peterlik soll genau zu diesem Vorfall einen streng geheimen Bericht der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) angefordert haben. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Er hatte dafür absolut keinen dienstlichen Grund.
Die Spur führt direkt zu Jan Marsalek
Die Brisanz des Falls liegt in dem, was danach mit den Akten geschah. Peterlik soll das geheime Dokument dem ehemaligen BVT-Chefinspektor Egisto Ott gezeigt haben. Wie BVZ.at schreibt, durfte Ott den Bericht einfach abfilmen. So nahm der Skandal seinen Lauf. Die brisante Nowitschok-Formel landete am Ende bei Jan Marsalek. Der flüchtige Ex-Wirecard-Vorstand brüstete sich sogar offen mit den streng geheimen Unterlagen. Marsalek arbeitet laut Ermittlern schon länger für den russischen Geheimdienst FSB. Österreichs Ruf auf internationaler Bühne erlitt durch diesen Verrat einen massiven Schaden.
Zeugen im Gerichtssaal
Der Prozess ist auf drei Tage angesetzt und geht am Donnerstag und Freitag weiter. Wie die Tiroler Tageszeitung berichtet, startet die brisante Verhandlung am 17. März. Gleich am ersten Tag tritt Egisto Ott als Zeuge auf. Ott steht derzeit selbst im Zentrum eines gigantischen Spionage-Verfahrens und bestreitet alle Vorwürfe vehement. Neben ihm sagen sieben weitere ehemalige Mitarbeiter des Außenministeriums sowie ein Militärberater aus Den Haag aus. Peterliks Anwalt Michael Mössler will sich zu den schweren Anschuldigungen bisher nicht äußern.
Quellen: oe24.at, BVZ.at, Tiroler Tageszeitung
Credits: APA
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