Ein mutmaßlicher Spionagefall beim österreichischen Energiekonzern OMV zieht immer weitere Kreise und sorgt für diplomatische Verwicklungen. Im Zentrum des Skandals steht ein russischer Diplomat, der nun von Österreich zur „unerwünschten Person“ erklärt wurde. Er hat das Land bereits verlassen, wie eine Sprecherin des Außenministeriums am Dienstag auf APA-Nachfrage bestätigte.
Geheimdienst beobachtete konspirative Treffen
Dieser drastischen Maßnahme ging eine Weigerung der russischen Botschaft voraus, die diplomatische Immunität ihres Mitarbeiters aufzuheben. Dies hätte strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn in Österreich ermöglicht. Wie das Nachrichtenmagazin „Profil“ bereits am 19. September berichtete, wurde der Diplomat über Monate von der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) beschattet. Dabei wurde beobachtet, wie er sich wiederholt mit einem mittlerweile entlassenen OMV-Mitarbeiter traf.
Bei einer Hausdurchsuchung bei diesem ehemaligen Angestellten der OMV sollen die Ermittler fündig geworden sein: zahlreiche interne Dokumente des Konzerns wurden sichergestellt. Westliche Geheimdienste sollen den ausgereisten Diplomaten laut „Profil“ als Mitarbeiter des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB einstufen.
Maulwurf mit Einblick in zwei Konzerne
Während der Diplomat aufgrund seiner Immunität nicht belangt werden konnte, befindet sich auch sein österreichischer Kontakt auf freiem Fuß. Besonders brisant: Der Mann war laut „Profil“ nicht nur für die OMV tätig, sondern zeitweise auch zum OMV-Miteigentümer, der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC), entsandt worden. Dadurch hatte er potenziell Einblick in die Geschäftsgeheimnisse von gleich zwei wichtigen Energieunternehmen.
Zum genauen Inhalt der ausspionierten Dokumente und dem möglichen Schaden für die OMV halten sich die Behörden bedeckt. Wie oe24.at meldet, ließ die Staatsanwaltschaft Wien eine entsprechende Anfrage bislang unbeantwortet.
Credits: APA
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